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Die historische Villa Eller in Wuppertal ist saniert

Villa Eller – die Perle auf der Hardt : Ein Paradies über der Stadt

Auf der Hardt steht ein für Wuppertaler Verhältnisse einzigartiges Ensemble und erwartet Besucherinnen und Besucher zu erholsamen, entspannten Stunden: Der kostenlose Botanische Garten mit seinen ungezählten Naturschätzen, der einst als Windmühle gebaute Elisenturm, in dem sich wunderbar heiraten und feiern lässt, die Orangerie und das „Café Elise“ mit Außengastronomie. Glanzlicht ist die Villa Eller. Gegenüber vom Elisenplatz stehen die Glashäuser mit eigenem Flair und Spezialsammlungen.

Gemeinsam mit dem Elisenturm bildet die Villa Eller auf der Hardt einen schönen Hintergrund für den Botanischen Garten. Während die Villa im Obergeschoss des östlichen Teils von Mitarbeitern des städtischen Ressorts Grünflächen und Forsten und dem Verein der Freunde und Förderer des Botanischen Gartens als Bürogebäude mit einer Bibliothek und zu Besprechungen genutzt wird, ist das renovierte Gartenzimmer öffentlich und dient zur Information, Entspannung und Erfrischung von Besuchern. In der Orangerie und auf der Terrasse wird bei entsprechendem Wetter ein attraktives gastronomisches Angebot bereitgehalten und serviert.

Da die Villa Eller nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg nur teilweise wiederhergestellt wurde, blieb das zweite Obergeschoss unvollendet. Seit 2015 investierte das städtische Gebäudemanagement 2,1 Millionen Euro in die Sanierung des denkmalgeschützten, historischen Gebäudes: Giebel und Dachstuhl wurden neu aufgebaut, Risse und Balkonschäden behoben, die Fassade gereinigt und wertvolle Mosaike befestigt. (Bilder:)

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Michaela Claudius, Produktmanagerin beim Gebäudemanagement der Stadt Wuppertal, sprach zur Schlüsselübergabe im Juli 2022 von einer „Rettung in letzter Minute“: „Wind, Wetter, Luftverschmutzung, Schwamm- und Algenbefall haben mit dazu beigetragen, dass beinahe nicht wiedergutzumachende Schäden entstanden wären. Durch die Wiederherstellung der repräsentativen Räume wurden 80 Quadratmeter Nutzfläche hinzugewonnen. Die wiederhergestellte Holzfalttreppe ist ein weiterer Gewinn.

Vom Hofkamp auf die Höhe

Der Textilfabrikant Johann Engelbert Eller (1779-1861) stammte aus der Familie des bekannten Ronsdorf-Stadtgründers Elias Eller, war vermögend und Stadtrat in Elberfeld. Er hatte ein Stadthaus an der Berliner Straße (heute: Hofkamp) und erwarb eine 1812 auf der Hardthöhe stehende Windmühle. Eller folgte dem damaligen Trend der bürgerlichen Oberschicht: Raus aus der Atmosphäre der Frühindustrialisierung, hin zu einem idyllischen Ort mit herausgehobener Lage über der Stadt – eine Villa in der Landschaft. Die ehemalige Mühle ließ Johann Engelbert Eller 1838 im klassizistischen Stil zum „Elisenturm“ mit aufwändig gestaltetem Kuppelsaal umbauen und mit einem Park umgeben. All das zusammen erinnert an Elise (Elisabeth von Bayern, 1801-1873), die Gemahlin Friedrich Wilhelms IV. von Preußen.

Immer wieder umgebaut

Neben dem Elisenturm hat Johann Engelbert Eller ab 1875 in mehreren Bauabschnitten seinen Sommersitz im Stil der Neurenaissance erbaut und die Gartenanlage mit der des Elisenturmes, dem heutigen Botanischen Garten, vereinigt. Nach seinem Tod 1861 heiratete seine reiche Erbin Julie Eller 1869 den 16 Jahre jüngeren, schwermütigen Architekten und Elberfelder Stadtverordneten Carl August Rudolf Vogdt. Nach dessen Plänen wurde die Villa Eller abermals umgebaut und um die Orangerie erweitert.

Kriegsbomben beschädigten die Villa 1943. Nach der provisorischen Nachkriegsreparatur und einigen Instandsetzungen wartete das markante Gebäude auf eine denkmalgerechte Wiederherstellung. Rudolf Vogdt hat die alten Hardt-Anlagen 1882 teilweise umgestaltet. Julie Vogdt-Eller verkaufte 1912 Ländereien zum Bau von Clubhaus und Tennisplätzen. Sie ist als couragierte Geschäftsfrau in Erinnerung, die bei allem Reichtum sparsam, streitfähig und wohltätig war.

Im Stil der Neurenaissance

Die Villa Eller punktet mit attraktiver Innenarchitektur im Stil der Neurenaissance – und dieser Eindruck ist in wesentlichen Teilen erhalten geblieben. Architektin Brigitte Hartmann blickt im Buch über das Gartendenkmal Hardt zurück: „Früher umrahmten einheitlich dunkelbraun gestrichene Balken die vom weißen Lack befreiten Dekorfelder der Decke des öffentlich zugänglichen Gartensaals.“

Heute empfangen Besucher ein helles, lebendiges Balkenwerk, rote Ornamente und grüne Umrandungen. Typische Gestaltungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts mit verschiedenfarbigen Holzimitationen, durch Schablonen aufgetupftes Dekor und lebendige Farben im Einklang mit der Umgebung. Überraschend ist die positive Veränderung der Decke durch feine Streifen mit Goldbronze zur Betonung der wichtigen Formen. Die vergrünten Reste der originalen Bronze ließen ihre sensationelle Wirkung kaum erahnen.

Die Decke wurde im Zweiten Weltkrieg durch den Verlust des Daches beschädigt. Das farbliche Zusammenspiel zwischen freigelegten Balken und Gesimsen und den neu gefassten Schmuckfeldern ist gut ablesbar. Holzarbeiten und Oberflächenbehandlung der Erker heben sich von denen des ehemaligen Speisezimmers ab.

Der bislang ockerfarbene Durchgang zum Gartenzimmer erhielt eine Neufassung. Der Farbwert passt sich der eichenen, dunklen Außenseite des Fenster-Türelementes an. Die Orangerie wurde mit hochwertigen geriffelten Reliefplatten geschmückt, die vorwiegend farbig gefasste Frucht- und Blumengehänge zeigen.