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Wieder Ärger an der Engelshöhe in Wuppertal-Vohinkel?

Vohwinkel : Wieder Ärger an der Engelshöhe?

Die Vorfreude auf die neue Wohnung war groß, der Mietvertrag bereits unterschrieben. Dann kam der unerwartete Dämpfer: Eigentlich wollte Dana Granowski im Mai in ihr neues Zuhause an der Engelshöhe in Vohwinkel ziehen, doch daraus wird nichts. Das Wohnungsunternehmen „belvona“ lässt sie nicht in die angemieteten Räume.

Die Gründe sind wenig durchschaubar – und werfen neue Fragen im Hinblick auf die Problem-Immobilien in diesem Wohngebiet auf, die schon in der Vergangenheit für negative Schlagzeilen sorgten. Jetzt droht die sehbehinderte Frau auf der Straße zu landen. Das Unternehmen sieht das anders.

Im vergangenen Jahr fasste Dana Granowski aus Vohwinkel den Entschluss, sich räumlich zu verändern. Die Idee dabei war, dass sie und ihr Ex-Mann in zwei getrennte Wohnungen umziehen, die sich aber beide im selben Haus befinden. „Diese Wohnform haben wir uns wegen unseren gemeinsames Sohnes ausgesucht. Er würde dann bei mir wohnen, hätte aber so seinen Vater auch ganz in der Nähe. Da ich sehbehindert bin, ist es auch für mich die beste Lösung.“ So schauten sich die beiden nach freien Wohnungen in Vohwinkel um und wurden fündig. Beim Wohnungsunternehmen „belvona“.

„Bei der Suche war es wichtig, dass sich die Wohnungen auch in Vohwinkel befinden, denn hier kenne ich mich aus und kann mich trotz meiner Einschränkung gut orientieren. In einem anderen Stadtteil würde mir das sehr schwer fallen“, erklärt die Mutter.

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Alles schien nach Plan zu laufen: Im Dezember 2020 wurden die Wohnungen besichtigt, im Januar 2021 die Mietverträge unterschrieben. Und einen Kennenlernbonus des Vermieters gab es auch noch - drei Monate mietfrei wohnen plus eine Begrüßungsprämie von 500 Euro. Letztere wurde sogar schon im Februar überwiesen. Absender des Geldes ist laut des Kontoauszugs von Dana Granowski „altro mondo“. „Ich habe mich zwar gewundert, warum dort nicht ‚belvona‘ angegeben ist, aber habe es nicht hinterfragt“, sagt sie.

Rückblick: 2019 geriet die Immobiliengesellschaft „altro mondo“, die zahlreiche Wohnungen im Bereich Engelshöhe und Elfenhang verwaltete, in die Schlagzeilen. Auch die Rundschau berichtete über die Missstände in den betreuten Häusern, die sogar für eine landesweite Kontrollaktion des NRW-Bauministeriums in Wuppertal und neun weiteren Städten sorgten. Im vergangenen Jahr kaufte die Düsseldorfer „belvona GmbH“ die rund 350 Wohneinheiten. Dass die Firma genau wie die umstrittene „altro mondo“ für sich mit dem Slogan „schöner wohnen“ wirbt, hatte zu Spekulationen geführt, das Unternehmen sei mit dem Vorbesitzer „DEGAG“ und/oder dem ehemaligen Verwalter wirtschaftlich verbunden. „Dagegen wehren wir uns aufs Heftigste“, stellte „belvona“-Geschäftsführer Frank Krienen gegenüber der Rundschau im April 2020 klar.

Um für den Umzug im Mai planen zu können, rief die Vohwinklerin im März nochmals bei „belvona“ an und bat um einen genau vermessenen Grundriss. „Ich wollte passende Möbel kaufen. Ich hatte sogar nochmals einen Termin vor Ort ausgemacht, doch der wurde am ausgemachten Tag eine Stunde bevor er stattfinden sollte von einer Mitarbeiterin abgesagt“, erinnert sich die Mutter eines 15-jähriges Sohnes. Als Grund soll ein Baustopp genannt worden sein. „Wie lange der bestünde, konnte man mir nicht mitteilen. Was man mit mitteilte war, dass ich die Wohnung nicht im Mai beziehen könnte, weil sie nicht bewohnbar sei.“ Zunächst schien es für diesen „unglücklichen Umstand“ eine Lösung zu geben. Das Unternehmen „belvona“ bot dem getrennten Paar zwei Ersatzwohnungen am Elfenhang an. Die beiden stimmten zu. Danach passierte nichts mehr. „Immer wieder haben wir nachgefragt, aber es kam zu keinen neuen Mietverträgen. Plötzlich war auch niemand mehr bei ‚belvona‘ für uns erreichbar. Wann und ob es überhaupt für uns Wohnungen von der Firma geben wird, wissen wir nicht. Mein Ex-Mann konnte die Kündigung seiner alten Wohnung zurückziehen, ich nicht mehr, denn sie ist bereits weitervermietet. Mein Sohn und ich stehen nun ohne Wohnung da.“

Über die Zufriedenheitsgarantie, die das Unternehmen auf seiner Webseite verspricht und den Slogan „belvona - schöner wohnen“ kann Dana Granowski nur schmunzeln. Einen Anwalt hat sie bereits eingeschaltet.

Auf eine Rundschau-Anfrage zu der Thematik meldetet sich „belvona“-Geschäftsführer Frank Krienen am Donnerstag per E-Mail und bezieht Stellung: „Selbstverständlich kann die Dame mit ihrem Kind die Wohnung im Elfenhang beziehen (Anm.d.Red.: die angebotene Ersatzwohnung). Ich gehe davon aus, dass die Wohnung kommende Woche fertig sein wird. Leider war es uns heute bisher nicht möglich die Dame telefonisch zu erreichen, unser Property-Management bleibt hier jedoch am Ball, um dann mit ihr gemeinsam schnellstmöglich die letzten Details abzustimmen. Bereits im Vorfeld, als die Verspätung der Fertigstellung sich abzeichnete, haben wir der Dame ein Ausweichquartier angeboten, welches aber von ihr und Ihrem Ex-Ehemann abgelehnt wurde. Selbstverständlich lassen wir niemanden, wie öffentlich kolportiert, „auf der Straße“ stehen.Wir kümmern uns um unsere Mieter, egal ob die Wohnung schon bezogen wurde oder ob der Bezug erst in Zukunft ansteht. Wir haben nichts davon, dass sich verspätete Fertigstellungen leider ergeben haben, im Gegenteil, wir leben von den Mieteinnahmen unserer zufriedenen Mieter und nicht von hohen Leerstandskosten.“ Das angebotene  Ausweichquartier am Elfenhang habe Dana Granwoski damals nicht abgelehnt, sagt sie. Wie bereits erwähnt, soll sie dazu nie einen Mietvertrag angeboten bekommen haben.

Ob sie den neuen Lösungsvorschlag von „belvona“ annimmt, ist noch unklar: „Mein Vertrauen in dieses Unternehmen ist erschüttert, aber ich werde über meinen Anwalt das Gespräch erneut mit ‚belvona“ suchen, dennoch werde ich mich auch nach Alternativen umschauen.Mit meiner Erwerbsminderungsrente und meiner Sehbehinderung ist es nicht so einfach eine Wohnung zu finden. Ich bin darauf angewiesen, dass die Wohnung in Vohwinkel ist.“