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Katernberg, Uellendahl, Dönberg​: Wuppertals grüne Lungen​

Katernberg, Uellendahl und Dönberg : Wuppertals gefragte grüne Lungen

Die besten Wuppertaler Wohnlagen? Bei diesem Thema fällt fast reflexartig das Stichwort Toelleturm. Aber: Katernberg, Uellendahl und Dönberg rangieren in der „Hitliste“ auch ganz weit oben – abzulesen an den Bodenrichtwerten.

Die hat der Wuppertaler Gutachterausschuss für Grundstückswerte für das Jahr 2022 aktualisiert. Ergebnis: In vielen Bereichen der drei Stadtteile werden Werte von 400 Euro und mehr pro Quadratmeter Wohngrundstück ausgewiesen. Kaum weniger als am Toelleturm und großflächiger. Das gilt zum Beispiel für den Einzugsbereich In der Beek/August-Jung-Weg, Teile des Westfalenwegs, Lehmbruch und Bredtchen oder Am Dönberg und Eggenbruch. Das kann in dieser Häufung kein anderer Stadtteil bieten.

Warum diese Wohnlagen so beliebt sind, weiß Thomas Kramer, seit elf Jahren in Wuppertal als selbständiger Makler tätig und selbst am Westfalenweg heimisch: „Alles wird immer schnelllebiger, deshalb möchten die Menschen zu Hause Ruhe, frische Luft und viel im fußläufigen Nahbereich machen.“ Diese Vorgaben erfüllt aus seiner Sicht der Dönberg perfekt: „Das ist eine der schönsten grünen Lungen, die wir haben.“

Hier fühlt man sich lange wohl – und das spiegelt sich seiner Erfahrung nach auch im Immobilienmarkt wider: „Auf dem Dönberg werden die Objekte meistens bis ins ganz hohe Alter bewohnt. Fast alle Aufträge, die wir hier haben, kommen von älteren Menschen.“

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In diesen beliebten Lagen an Haus- oder Wohneigentum zu kommen, war in den letzten Jahren angesichts der enormen Nachfrage ausgesprochen schwierig. Und wer fündig wurde, der zahlte Rekordpreise. Auch das belegt der Marktbericht 2021 des Gutachterausschusses, der alle in Wuppertal geschlossenen Kaufverträge auswertet: So verteuerten sich Einfamilienhäuser innerhalb eines Jahres um 15 bis 30 Prozent und Eigentumswohnungen, um die es bei rund der Hälfte der Wuppertaler Immobiliengeschäfte geht, um 16 Prozent.

Noch krasser ist der Fünf-Jahres-Rückblick: Häuser sind seit 2016 um 60 Prozent und Eigentumswohnungen um 55 Prozent teurer geworden. Eine derartige Preisdynamik hat es seit fünf Jahrzehnten nicht gegeben.

Mit dem seit Januar zu verzeichnenden Anstieg der Zinsen scheint die Preisrallye allerdings ihr Ende zu finden. Ricarda Baltz, Vorsitzende des Gutachterausschusses, prognostizierte bereits Ende April in der Wuppertaler Rundschau: „Ich meine, wir sind am Zenit.“ Thomas Kramer kann das inzwischen bestätigen und sieht sogar einen kleinen Preis-Einbruch. „Die Leute sind vorsichtiger geworden“, so sein Eindruck.

Mit der Folge, dass im unteren und mittleren Preissegment Kaufpreise um bis zu zehn Prozent fallen könnten. Im Hochpreissegment dürften sie seiner Ansicht nach dagegen stagnieren. „Spätestens 2024 wird man das deutlich sehen“, so Kramer. Gute Nachrichten also zumindest für Kaufinteressenten mit hohem Eigenkapital.

(rt)