Oberbarmen: 15 Künstler aus 20 Jahren

Oberbarmen : 15 Künstler aus 20 Jahren

Vor zwei Jahrzehnten hat Barbara Binner den Sprung ins kalte Wasser der Kunstszene gewagt und in Oberbarmen ihre Schwarzbach-Galerie an der Schwarzbach 174 eröffnet. Jetzt wird Geburtstag gefeiert.

Die der Galerie ihren Namen gebende Straße scheint auf den ersten Blick ein schwieriges Pflaster für Kunst zu sein. Doch seit 1998 sind die (Nicht-)Farben Schwarz und Weiß zum optischen Markenzeichen geworden, später ergänzt durch den Erker in Regenbogen-Optik.

Das 1895 erbaute elterliche Wohnhaus und der ehemalige Werkzeugmaschinenhandel von Vater A. Willy Wiersbowsky bilden für Kunst aller Art das Ambiente, in dem die 76-jährige und 1,45 Meter große Barbara Binner über 100 Ausstellungen gestaltet hat. Sie wählt aus dem großen Kunstangebot aus und setzt alles liebevoll und ideenreich in Szene. Auf 430 Quadratmetern können auch Kunstgruppen mit vielen Mitgliedern gut präsentiert werden. Die Fabrikräume wurden 2008 um das ehemalige Ladenlokal erweitert. Der Schwarzbach fließt unter dem Gebäude Richtung Wupper.

Ihre Liebe zur Kunst spürte Barbara Wiersbowsky (so ihr Geburtsname) schon früh. Sie begann zehnjährig mit dem Malen — Blumen in Öl, später Aquarelle. Die Technik brachte sie sich selbst bei. Die Unternehmertochter wollte Werkkunstlehrerin werden, stattdessen lernte sie Handarbeiten, Nähen und nach dem Mädchenpensionat standen die Hilfe im Haushalt und eine kaufmännische Ausbildung auf der Familienagenda. Dann rückten die eigenen Familienpflichten in den Mittelpunkt.

Der Aufruf des Kunst- und Museumsvereins zur Hilfe im damals neuen Museums-Shop bot Barbara Binner eine neue Orientierung, die in die eigene Galerie mündete: "Ich wollte unbedingt kreativ werden und das Fabrikgebäude nutzen." Den Grundstock bildeten die Bilder eines ehemaligen Mieters, des niederländischen Malers Antoine Klinkhamer, der auf knapp 40 Quadratmetern 1998 die erste Ausstellung bestritt.

Barbara Binner zeigt Kunst, die eine Aussage hat: "Und wenn es nur ein Strich ist, der etwas aussagt." Sie hat sich schnell auswärtigen und ausländischen Künstlern zugewandt. Seit 2014 vermietet Binner ihre Räume für Ausstellungen, so dass sie selbst seltener alleine die Verantwortung trägt. In regelmäßigen Ausstellungen präsentiert sie aber die Kunstwerke, die sie erworben hat und von denen sie sich trennen will.

Der 20. Geburtstag bietet einen guten Anlass zum Wiedersehen mit vielen Künstlern, denn aus den rund 250 Frauen und Männern hat sie 15 Künstler ausgewählt und manchen eingeschlafenen Kontakt aufgefrischt: "Die Vorarbeiten und die Vernissage bieten wunderbare Gelegenheiten zum Wiedersehen."

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