Mastweg und Sternenberg Wuppertal: LEG verkauft 418 Wohnungen

Mastweg und Sternenberg : LEG verkauft 418 Wohnungen

Investoren wollen Siedlungen am Mastweg und am Sternenberg übernehmen und Mieterbelange ernst nehmen.

In den vergangenen Tagen wurden die Mieter schriftlich über den geplanten Eigentümerwechsel informiert, der noch unter dem Vorbehalt des Kartellamtes steht. Nach Auskunft von Mischa Lenz, Pressersprecher der 2008 privatisierten ehemaligen Landesentwicklungsgesellschaft, sind 210 Wohnungen am Mastweg und 208 am Sternenberg betroffen. Sie gehören zu einem Paket von insgesamt rund 2.700 Wohneinheiten in ganz NRW, das von der Merlion Wohnen 5 GmbH übernommen wird. Vertreten wird die Investorengesellschaft von der Velero-Gruppe, die nicht nur den Ankauf abgewickelt hat, sondern sich auch künftig um die Objekte kümmern soll.

Das Berliner Unternehmen betreut derzeit rund 8.000 Wohnungen und Gewerbeeinheiten im gesamten Bundesgebiet. Geschäftsführer Thomas Lange betonte gestern im Gespräch mit der Rundschau, dass die Mieter sich keine Sorgen machen müssten. Im Gegenteil: „Das ist ein renommierter Eigentümer, dem sehr an Mieterbelangen und einem ausgewogenen Verhältnis gelegen ist.“ Man wolle die Objekte ganz normal verwalten, sich verstärkt um technische Themen in den Siedlungen kümmern und Leerstände aufarbeiten.

Grundsätzlich sollen außerdem eigene Hausmeister als Ansprechpartner mit Büros vor Ort arbeiten, die auch eigene Entscheidungsbefugnisse haben. Dass im Zuge des Portfolio-Verkaufs in anderen Städten über Mieterhöhungen und „Heuschrecken“ spekuliert wird, ist für Lange nicht nachvollziehbar. „Die Sorge kann ich den Mietern komplett nehmen. Wir wollen weder Luxussanierungen noch Mega-Mieterhöhungen.“ Geplant sei, in den Wohnungen mehr zu machen als bisher und vor allem die leer stehenden Einheiten für eine Neuvermietung zu sanieren.

Wirtschaftlicher Hintergrund des Deals: Als sozial schwierig geltende Siedlungen wie der Mastweg oder der Sternenberg stehen aktuell im Fokus von Anlegern, die sich bei extrem niedrigem Zinsniveau und geringem Angebot vermehrt für Immobilien mit höherem Risiko- und Entwicklungspotenzial interessieren. Solche „Value Add“-Objekte sind auch das Kerngeschäft der Velero-Gruppe.