Fußball-Regionalliga WSV will Verfolger der Preußen bleiben

Wuppertal · Zufriedenheit herrscht beim Fußball-Regionalligisten Wuppertaler SV nach dem 5:1 (3:0)-Heimsieg gegen den 1. FC Bocholt. Der Spieltag liefert gleich mehrere Erkenntnisse.

Volle Konzentration: Marco Stiepermann führte den WSV gegen Bocholt (5:1) als Kapitän aufs Feld.

Volle Konzentration: Marco Stiepermann führte den WSV gegen Bocholt (5:1) als Kapitän aufs Feld.

Foto: Dirk Freund

Sicher, die Gäste waren ein angenehmer Auftaktgegner. Zwar mit einem ordentlichen Kader ausgestattet, aber mit vielen internen Problemen behaftet, die in der rekordverdächtig schnellen Beurlaubung von Trainer Sven Schuchardt mündeten. Der WSV nutzte die Verunsicherung in der ersten Hälfte konsequent aus und fand nach der Pause und dem 1:3-Anschlusstreffer schnell wieder in die Spur.

Das Verdienst einer geschlossenen Mannschaftsleistung im Allgemeinen, aber auch besonders von Serhat-Semih Güler, der drei Mal traf und mit nun elf Toren auf Rang drei der Liga-Torschützenliste vorgerückt ist. Und von Kevin Hagemann (zwei Tore), der mit acht Treffern Platz 13 belegt. Bleiben sie gesund, war die Entscheidung, darauf zu verzichten, im Winter einen Stürmer auf Biegen und Brechen zu verpflichten, richtig. Zumal auch Roman Prokoph und Marco Königs sich aufzudrängen versuchen. (Bilder:)

Impressionen vom 5:1 des Fußball-RL WSV gegen Bocholt
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WSV schlägt Bocholt 5:1

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Trainer Hüzeyfe Dogan überraschte indes mit der Variante, den bislang gesetzten Spielmacher Kevin Rodrigues Pires weder aufzubieten noch einzuwechseln. „Müller hat es in der Vorbereitung gut gespielt und hatte verdient zu spielen, daher hat Pires nicht gespielt“, begründete der Coach den Schritt. Der, so betont es auch Sportchef Stephan Küsters, aus rein sportlicher Erwägung gefallen sei. In der Hinrunde hatte Dogan kurzfristig Marco Stiepermann auf die Bank gesetzt, der umso stärker zurückkam und nun unumstritten ist.

Auch tabellarisch lichtet sich langsam das Feld: Spitzenreiter Preußen Münster (47 Punkte / 20 Spiele) bezwang Alemannia Aachen (Fünfter, 36 Punkte / 21 Spiele) am Sonntag deutlich mit 4:0 (1:0). Während die Aachener damit endgültig aus dem Aufstiegsrennen sein dürften, muss der WSV (Tabellendritter, 39 Punkte, 20 Spiele) am kommenden Samstag (11. Februar, 14 Uhr) auf dem Tivoli unbedingt gewinnen, um Münster auf den Fersen zu bleiben – und darauf hoffen, dass die Preußen am 12. Februar beim Ligazweiten Gladbach II (Tabellenzweiter, 39 Punkte, 21 Spiele) patzen.

Man müsse die eigenen Hausaufgaben machen und dann schauen, ob Münster weiter konstant bleibe, hatte Küsters vor dem Restrundenstart betont: „Wir haben ja nur einen Teil in unserer eigenen Hand.“ Was offenbar auch die Fans so sehen: Während am Sonntag exakt 11.080 Zuschauerinnen und Zuschauer ins Preußen-Stadion kamen, waren es an der Hubertusallee gerade einmal 1.489.

Auf dem Tivoli rechnet der WSV mit mehreren hundert eigenen Fans. Auf dem Feld könnte dann auch wieder Moritz Montag stehen, der seine Sperre abgesessen hat. Kevin Pytlik muss noch einmal aussetzen. Fest steht: Der Kader hat die Qualität und auch Breite, Ausfälle zu kompensieren.