Fußball-Regionalliga WSV-Trainer Dogan: „Es herrschen Bereitschaft und Freude“

Wuppertal · Mit einem Heimspiel gegen den 1. FC Bocholt will der Fußball-Regionalligist Wuppertaler SV am Samstag (4. Februar 2023) um 14 Uhr im Stadion am Zoo in die Restrunde starten – sofern es die Platzverhältnisse zulassen. Drei Akteure fallen aus.

 Franz Langhoff bleibt der Stammtorwart des WSV.

Franz Langhoff bleibt der Stammtorwart des WSV.

Foto: Dirk Freund

„Wir sind sehr heiß. Wir freuen uns, dass es wieder losgeht. Ich hoffe, dass wir spielen können. Die Mannschaft ist bereit“, blickt Trainer Hüzeyfe Dogan auf die Partie. Fest steht: Kevin Pytlik und Moritz Montag sind gesperrt, Valdet Rama ist noch nicht fit. Pytlik wird durch Justus Henke oder Noah Salau ersetzt. Die Torhüter Franz Langhoff und Sebastian Patzler hätten „sehr gut trainiert“. Dogan ließ am Donnerstag aber durchblicken, dass es momentan „keine große Veränderung geben“ wird, also Langhoff zwischen den Pfosten steht.

20 Spieler stehen zur Verfügung. Es werde „Härtefälle“ gebe, so der Übungsleiter, „wir können nur mit elf Mann spielen“. Nick Galle („Er hat eine große Qualität“) sei lange ausgefallen und arbeite noch an der Fitness. Auch Marco Königs und Jeron Al-Haizameh, die vor der Winterpause etwas hinten dranhingen, „haben Gas gegeben“. Ohnehin: „Alle haben mitgezogen.“

Am Sonntag war die Mannschaft aus dem einwöchigen Trainingslager im türkischen Belek zurückgekehrt, seit Dienstag läuft hier die Vorbereitung – nicht mehr bei 18 Grad in der Sonne, sondern bei regnerischem Wetter in Wuppertal. „Die Bedingungen musst du annehmen, die Umstellung geht schnell. Wir waren dreimal auf dem Rasen, der war tief, aber wir sind bestens vorbereitet“, kündigte Dogan an. Der im Übrigen darauf hinweist, dass eben beide Mannschaften mit dem Untergrund zu kämpfen hätten.

Trotz der Testspielausfälle vor dem Abflug gegen den FSV Frankfurt und in Belek gegen den polnischen Zweitligisten Termalica Nieciecza ist der Chefcoach zufrieden mit der Vorbereitung: „Wir haben vieles abgearbeitet und auch ein anderes System integriert. Alle Schwerpunkte, die für unser Spiel wichtig sind, haben wir in die vier Wochen reingepackt.“

Dass die Generalprobe kurzfristig vom Gegner abgesagt wurde, sei „unglücklich“ gewesen, „aber auch wiederum positiv, weil durch das interne Spiel alle Akteure Einsatzzeiten bekommen“ hätten. Ohnehin: „Die Ergebnisse sind in der Vorbereitung nicht so wichtig, sondern wichtig ist ein gutes Gefühl. Das haben wir. Es herrschen Bereitschaft und Freude. Die Stimmung und Konzentration sind gut.“

Mit Bocholt erwartet Dogan eine Mannschaft, die kompakt steht, diszipliniert agiert, „schnell in die Ordnung kommt und Chancen kreiert“. Der 1. FC, der kurz vor der Abstiegszone rangiert, unterlag am vergangenen Samstag in einem Nachholspiel dem SC Fortuna Köln 0:1 und verpflichtete unter der Woche Stürmer Gordon Wild (27) vom Drittligisten MSV Duisburg. Sebastian Wickl und Gino Windmüller trugen einst das Trikot des WSV, viel Erfahrung weisen auch Spieler wie Marcel Platzek, Kevin Grund, Jeffrey Obst und Malek Fakhro auf. Ex-WSV-Spieler Christopher Schorch ist am Hünting Assistent des Vorstandes. Dogan: „Ich denke, wir haben die bessere Mannschaft, außerdem spielen wir zu Hause. Wir holen die drei Punkte, wenn wir die richtige Einstellung an den Tag legen.“

Der Sportliche Leiter Stephan Küsters: „Wir sollten da weitermachen, wo wir zuletzt aufgehört haben. Die Mannschaft hat sich sehr, sehr gut präsentiert. Die Probleme, die wir zu Anfang hatten, haben wir oft genug angesprochen. Wichtig ist, dass man zurückkommt und zeigt, warum wir vor der Saison als Favorit mit genannt wurden. Wir wollen am Samstag mit einem Sieg starten und dann mit Selbstvertrauen nach Aachen zu fahren.“

Ein Selbstläufer werde das nicht: „Jedes Spiel ist in dieser Liga schwierig, wenn man sieht, wie sich die Mannschaften, die um unteren Tabellendrittel stehen, sich gerüstet haben für die letzten Spiele. Das ist schon bemerkenswert. Bocholt ist eine richtig gute Regionalliga-Mannschaft, von den Namen her definitiv. Jetzt haben sie auch einen neuen Trainer (Sven Schuchardt, Anm. der Red.), da kommt auch neuer Schwung rein. Bocholt hat ein gutes Spiel gegen Fortuna Köln gemacht. Wir werden sie sicher nicht unterschätzen.“

Küsters geht unterdessen davon aus, dass sich die Frage der Spielstätte ab April (Beginn der Sanierung des Stadionrasens) „im Laufe der nächsten Woche erledigt“. Nach Rundschau-Informationen liegen dem WSV-Vorstand inzwischen das ausgearbeitete Angebot aus Velbert sowie einer anderen Stadt mit einer Regionalliga-tauglichen Arena vor. Küsters selber hat unterdessen im Trainingslager erste informelle Kader-Vertragsgespräche geführt: „Wir müssen ja zweigleisig planen. Ich denke, Ende Februar, Anfang März wissen wir, wohin die Reise geht.“

Während der 51-Jährige ausdrücklich die Stadion-Crew lobt („Sie tun alles, damit gespielt werden kann“), hofft er, dass die Wuppertalerinnen und Wuppertaler „Lust auf Fußball haben und es am Samstag trocken bleibt“. Küsters: „Wir brauchen sie. Immer wenn wir eine gute Kulisse hatten, haben wir auch sehr, sehr gute Leistung gebracht. Ich verspreche 100 Prozent mit Leidenschaft. Spielerisch werden wir alles raushauen, was man auf diesem Platz machen kann.“

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