Kurt Keil und die Sportfotografie Nationalelf, Steffi Graf, Günter Netzer und Mark Spitz

Wuppertal · Studentinnen und Studenten der Bergischen Universität erschließen seit 2023 den Nachlass des Wuppertaler Fotografen Kurt Keil. Nun nahmen sie seine Leidenschaft, die Sportfotografie, in den Fokus. Die Ausstellung ist vom 15. April bis 7. Mai 2026 in der Unibibliothek zu sehen.

Zahlreiche Events, zahlreiche Prominente – Kurt Keil war immer mit dabei.

Foto: Fotocollage Universitätsarchiv Wuppertal

Zwischen den 1960er und 1990er Jahren nahm der Sport in der lokalen Presse Wuppertals eine wichtige Rolle ein. Besonders die Westdeutsche Zeitung war ein zentrales Medium der Sportberichterstattung. Neben klassischen Spielberichten wurden auch fotografische Reportagen und Hintergrundgeschichten veröffentlicht, die das sportliche Leben der Stadt dokumentierten.

Kurt Keils besondere Leidenschaft galt der Sportfotografie: Zahlreiche Spiele des Wuppertaler SV oder einzigartige Besuche von prominenten Sportlerinnen und Sportlern wurden von ihm festgehalten.

Kurt Keil prägte das visuelle Bild des Wuppertaler Sports

Von der Eröffnung der Uni-Halle 1987 mit einem Tennisturnier, an dem unter anderem Steffi Graf teilnahm und bei dem Persönlichkeiten wie Trainer Ion Țiriac zu Gast waren, über Besuche von Fußballstars wie Günter Netzer bis hin zu internationalen Gästen wie dem Kalifornier Mark Spitz zur Einweihung der Schwimmoper 1981 – sie alle wurden durch die Linse von Kurt Keil für die Westdeutsche Zeitung festgehalten. Dadurch prägten seine Bilder über Jahrzehnte hinweg das visuelle Bild des Sports in der lokalen Presse und das historische Bild der Wuppertaler Sportkultur.

Über einen Zeitraum von knapp 50 Jahren fotografierte der verstorbene Pressefotograf Kurt Keil (1940-2020) das Geschehen in Wuppertal. Die daraus resultierende Sammlung umfasst heute mehr als 500.000 Negative sowie zahllose Abzüge und Zeitungsausschnitte. Die Bilder zeigen sowohl besondere Ereignisse als auch alltägliche Szenen aus der Stadtgeschichte Wuppertals. Im Jahr 2021 gelangte Keils Nachlass ins Universitätsarchiv Wuppertal.

Nachlass ist Gegenstand von Lehrveranstaltungen

Seit dem Wintersemester 2023/24 beschäftigen sich Studierende der Bergischen Universität mit dem Nachlass. In verschiedenen Lehrveranstaltungen lernen sie praxisorientiert das Erschließen solch umfangreichen Materials – vom ersten Sichten über das Katalogisieren und Archivieren bis hin zum Kuratieren von Ausstellungen. Ziel ist es, Studierende mit Archivarbeit und speziell der Arbeit mit und dem Erforschen von Fotomaterial vertraut zu machen.

Der 1940 im heutigen Tschechien geborene Kurt Keil zog 1949 mit seiner Familie ins Ruhrgebiet. Ab 1963 arbeitete er zunächst als freier Fotograf für die Ruhr Nachrichten und die (heutige) Westdeutsche Allgemeine Zeitung. Vier Jahre später nahm er das Angebot einer Festanstellung von der Westdeutschen Zeitung an und zog nach Wuppertal-Vohwinkel.

Von da an dokumentierte er das Wuppertaler Tagesgeschehen. Aufnahmen von Menschen gehörten zu Kurt Keils besonderen Stärken. Kurt Keil gelang es sogar, die kamerascheue Pina Bausch (1940-2009) mehrfach vor seine Linse zu bekommen.

Kurt Keil starb 2020 in Wuppertal. Nachdem während des Hochwassers 2021 der Keller des Hauses der Familie Keil überschwemmt wurde, gelangte seine fotografische Sammlung ins Universitätsarchiv.