Bergische Uni Wuppertaler FUN-Projekt stärkt Kinder mit Lernrückständen

Wuppertal · Aktuelle Bildungsstudien belegen deutliche Lernrückstände bei Grundschulkindern. Das Wuppertaler Projekt „FUN – Förderung und Nachhilfe“ begegnet dieser Entwicklung seit 2021 mit individueller Unterstützung. Lehramtsstudentinnen und -studenten der Bergischen Universität haben dadurch bislang 750 Kinder gezielt im Lesen, Schreiben und Rechnen gefördert.

Bereits seit fünf Jahren unterstützen Studentinnen und Studenten der Bergischen Uni Grundschülerinnen und -schüler dabei, Lernrückstände aufzuarbeiten. Vorbereitet und begleitet werden sie dabei von ihren Dozentinnen und Dozenten.

Foto: Meltem Er

Seit nunmehr zehn Jahren zeigen die Befunde nationaler und internationaler Vergleichsstudien, dass (zu) viele Grundschülerinnen und Grundschüler in Deutschland am Ende des vierten Schuljahres höchstens oder nicht einmal die Mindeststandards im Lesen, Schreiben und Rechnen erreichen. Dieser Trend hat sich seit 2020 mit der Coronapandemie weiter zugespitzt – insbesondere für Kinder aus sozial herausfordernden Lebenslagen.

Sieben engagierte Kooperationsschulen

Vor diesem Hintergrund riefen Prof. Dr. Claudia Kastens und ihr Team vom Arbeitsbereich Grundschulforschung an der Bergischen Universität Wuppertal im Sommersemester 2021 das Projekt „FUN – Förderung und Nachhilfe“ ins Leben. Ausgangspunkt war unter anderem eine Befragung von 30 Wuppertaler Grundschulen im Frühjahr 2021, bei der die Schulleitungen für mehr als 1.300 Kinder erhebliche Defizite im Lesen, Schreiben und Rechnen meldeten.

Gemeinsam mit inzwischen sieben Wuppertaler Grundschulen setzt das Projekt heute gezielte Fördermaßnahmen für Kinder mit Lernrückständen um. Dazu gehören die Gemeinschaftsgrundschule Eichenstraße, die Gemeinschaftsgrundschule Germanenstraße, die Gemeinschaftsgrundschule Haarhausen, die Offene Ganztagsgrundschule Liegnitzer Straße, die Gemeinschaftsgrundschule Opphofer Straße, die Grundschule Reichsgrafenstraße sowie die Städtische Evangelische Grundschule Sophienschule.

Studierenden entwickeln individuelle Förderkonzepte

Im Rahmen von FUN belegen Lehramtsstudierende das Wahlpflichtmodul „Heterogenität und individuelle Förderung“. Dort erwerben sie fundierte Kenntnisse zur Diagnose und Förderung im Bereich Schriftspracherwerb und Mathematik. In anschließenden Vertiefungsseminaren entwickeln die Studierenden individuelle Förderkonzepte und setzen diese direkt an den Kooperationsschulen um. Neben fachlichen Kompetenzen werden dabei auch Motivation, Selbstkonzept und kognitive Belastung der Kinder berücksichtigt.

Seit Beginn des Projekts konnten rund 750 Kinder durch etwa 320 Studierende gefördert werden. Die Nachhilfe findet heute überwiegend im Rahmen der schulischen Nachmittagsbetreuung statt und erfolgt ergänzend zum Unterricht ein- bis zweimal wöchentlich. Jede Förderung wird eng mit den Klassen- und Fachlehrkräften abgestimmt. Im Durchschnitt erhält jedes Kind etwa 30 Stunden individuelle Unterstützung.

Zusammenarbeit wird fortgesetzt

Die Erfahrungen der vergangenen fünf Jahre zeigen: „Kontinuierliche und individuell abgestimmte Förderung kann nachhaltige Lernfortschritte ermöglichen. Gleichzeitig profitieren auch die angehenden Lehrkräfte, die frühzeitig praktische Erfahrungen sammeln und dabei intensiv begleitet werden“, sagt Projektleiterin Claudia Kastens.

Darüber hinaus habe sich das Projekt auch positiv auf die Zusammenarbeit zwischen Schulen, Universität und Studierenden ausgewirkt. Regelmäßige Netzwerktreffen und verlässliche Kommunikationsstrukturen stärken die Kooperation und fördern die Schulentwicklung. Aufgrund der positiven Erfahrungen und Erfolge wird „FUN – Förderung und Nachhilfe“ auch künftig fortgeführt.