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Wuppertaler Gemeinwohl-Projekt: Beim Helfen helfen

Charlotte Ridder und Lana Horsthemke : Wuppertaler Gemeinwohl-Projekt: Beim Helfen helfen

Dieses Wuppertaler Projekt hat bereits in der Startphase einen Preis gewonnen. Das „Gemeinwohl Stipendium“ hilft ehrenamtlichen Initiativen, sich professionell aufzustellen. Großes Potenzial prognostizierten die Hurorinnen und Juroren eines Nachhaltigkeit-Preises der Idee, Menschen bei der Umsetzung ihrer Vision vom ehrenamtlichen Engagement zu unterstützen.

So viele Menschen haben ihn, diesen guten Willen, anderen Menschen oder ihrer Umgebung unentgeltlich in ihrer Freizeit zu helfen. Aber wie genau geht das eigentlich, die Sache mit dem Engagement? Lana Horsthemke weiß aus eigener Erfahrung: Sich als ehrenamtliche Initiative aufzustellen, das ist gar nicht so leicht. „Ich habe 2015 den gemeinnützigen Verein ‚Hand in Hand‘ mitgegründet. Und erst nach zwei Jahren ist bei uns der Knoten geplatzt, und wir konnten loslegen.“

Denn vor dem Anpacken kommt die oft so überfordernde Bürokratie. Und genau da setzt das „Gemeinwohl-Stipendium“ an. „Wir helfen Menschen, die in der Stadt etwas zum Wohle aller verändern oder verbessern möchten, aber selbst bislang wenig Erfahrung in der Projektentwicklung haben“, erklärt die Utopiastadt-Mitarbeiterin. Wir, das sind Lana Horsthemke und Charlotte Ridder, die ebenfalls in Wuppertal wohnt und im Master Sozialwissenschaften studiert. „Ich freue mich total, mein theoretisches Wissen ganz praktisch weiterzugeben und Ehrenamtlichen zu helfen, motiviert zu bleiben“, sagt die 27-Jährige. Zwei frisch gegründete Wuppertaler Initiativen werden von Charlotte Ridder und Lana Horsthemke bereits seit März dieses Jahres begleitet: ein Kinder- und Jugendverein, der Sport- und Freizeitangebote in Barmen schaffen, und eine Initiative, die sich gegen die Verschmutzung im öffentlichen Raum einsetzen möchte. Wie präsentieren wir uns der Öffentlichkeit? Wer kann welche Aufgaben gut übernehmen? Und was ist überhaupt unser Selbstverständnis?

„Auf all die Fragen suchen wir gemeinsam mit den Initiativen Antworten“, sagt Lana Horsthemke. Dass das Gemeinwohl-Stipendium eine wichtige Lücke zwischen Vision und Umsetzung schließt, haben die Jurorinnen und Juroren des Buchholzer Nachhaltigkeitspreis erkannt, die den Wuppertalerinnen Anfang Juli den zweiten Platz verliehen haben. „Sie sehen in der Idee großes Potenzial und sind gespannt, wie sich das Stipendium und die unterstützten Projekte weiter entwickeln“, erzählt Lana Horsthemke. Die 500 Euro Preisgeld werden direkt in laufende Kosten investiert.

Schauen die beiden Frauen in die Zukunft, hoffen sie auf neue Unterstützerinnen und Unterstützer, die den Wert ihrer Arbeit erkennen und dem Stipendium beim Helfen helfen. „Vielleicht findet sich zum Beispiel eine Stiftung, die unsere Arbeit mitträgt. Dann können wir das Engagement weiter ausbauen und mehr Ehrenamtlichen den Rücken freihalten. Damit sie tatsächlich das machen können, wofür ihr Herz schlägt.“