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Wuppertal: Gewerkschaft kündigt Streiks im öffentlichen Nahverkehr an

Streik im Nahverkehr : Dienstag keine Busse in Wuppertal

Am Dienstag (29. September 2020) droht Ausnahmezustand auf den Straßen: Weil die Gewerkschaft „ver.di“ die Beschäftigten im ÖPNV zu bundesweiten Warnstreiks aufgerufen hat, werden auch in Wuppertal keine Busse im Einsatz sein.

Mit dem Streik will „ver.di“ den Druck auf die Arbeitgeber im laufenden Tarifkonflikt erhöhen. Die Gewerkschaft fordert für bundesweit 87.000 Beschäftigte im Öffentlichen Personennahverkehr einheitliche Regelungen in Fragen wie Nachwuchsförderung, Entlastung sowie den Ausgleich von Überstunden und Zulagen für Schichtdienste. Darüber hinaus soll die Ungleichbehandlung in den Bundesländern beendet und zentrale Regelungen wie 30 Urlaubstage oder Sonderzahlungen künftig bundesweit vereinheitlicht werden. Mit einer Forderung für Auszubildende sollen Anreize zum Einstieg in den Beruf und zur Nachwuchsförderung geschaffen werden. Seit März fordert die Gewerkschaft hierzu die Verhandlung eines bundesweiten Rahmentarifvertrages.

Am Wochenende haben sich die Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) gegen die Aufnahme von Verhandlungen ausgesprochen. Dazu VKA-Hauptgeschäftsführer Niklas Benrath: „Das Verhalten von ver.di ist ein Anschlag auf die Allgemeinheit und die Wirtschaftlichkeit der kommunalen Unternehmen des öffentlichen Nahverkehrs. Es ist unverantwortlich, gerade in dieser krisengeplagten Zeit – denken Sie nur an die eingebrochenen Fahrgastzahlen und Einnahmen bei den Nahverkehrsbetrieben – das gesamte Land nunmehr mit einer Streikwelle zu überziehen. Ich halte es für nicht hinnehmbar, dass parallel zu den Arbeitskämpfen in Kitaeinrichtungen und Krankenhäusern die Bürgerinnen und Bürger nun auch im Nahverkehr unter den Warnstreiks der Gewerkschaft leiden müssen.“

Zu einer Kundgebung kommt am Dienstag der „ver.di“-Vorsitzende Frank Werneke nach Wuppertal: Er wird gegen 9 Uhr auf dem Carnaper Platz in Barmen zu den Streikenden sprechen.