1. Lokales

Weihnachten im Corona-Jahr: FOM Studierende befragten 1500 Wuppertaler

Weihnachten im Corona-Jahr : Studierende befragten mehr als 1500 Wuppertaler

Auf den ersten Blick klingt es widersprüchlich, es beschreibt aber die besondere Gefühlslage im Corona-Jahr 2020: Einerseits stehen an Weihnachten die Gesundheit und gemeinsame Zeit für die Menschen in Wuppertal an erster Stelle. Andererseits sind sie zum diesjährigen Fest besonders spendabel: Gut 496 Euro – und damit nur drei Euro weniger als der Bundesdurchschnitt – geben die Wuppertaler im Mittel für Geschenke aus.

Wirklich sicher fühlt sich die Mehrheit (rund 66 Prozent) beim Weihnachtseinkauf trotz Hygiene-Auflagen allerdings nicht – für viele sind Menschenansammlungen sogar ein Grund, jetzt häufiger als vor der Krise im Internet zu bestellen. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Umfrage der FOM Hochschule für Oekonomie & Management, bei der Studierende 1527 Wuppertaler zwischen 12 und 99 Jahren interviewt hatten.

Insgesamt 92 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen die Gesundheit der Familie wichtiger sei als teure Geschenke. Auch auf gemeinsame Zeit mit Freunden und Familie legt die große Mehrheit der Menschen in Wuppertal (91 Prozent) dieses Jahr mehr Wert als auf großzügige Weihnachtspräsente. Nur 27 Prozent der Befragten wollen zum Schutze der Gesundheit auf Familienbesuche an den Feiertagen verzichten.

Auch das Schenkverhalten ist 2020 ein besonderes: Knapp drei von vier Befragten in Wuppertal (74 Prozent) planen, Zeit miteinander zu verschenken, allen voran die Generation der 24- bis 39-Jährigen (79 Prozent). Gleichwohl liegen die Wuppertaler Bürgerinnen und Bürger mit rund 496 Euro für Weihnachtsgeschenke nur geringfügig unter dem Bundesdurchschnitt. „Eine Erklärung für die diesjährige Schenkfreude ist sicher, dass die Menschen mit teureren Geschenken ihre Wertschätzung gegenüber den Beschenkten zeigen möchten, weil persönliche Kontakte in den Wochen und Monaten zuvor reduziert werden mussten“, so der wissenschaftliche Studienleiter Prof. Dr. Oliver Gansser.

  • Der Verlauf der Corona-Fälle in Wuppertal.
    Aktuelle Zahlen von Mittwoch, 11. November 2020 : Corona-Virus: 1.199 Wuppertaler infiziert
  • Der Verlauf der Corona-Fälle in Wuppertal.
    Aktuelle Zahlen von Freitag, 13. November 2020 : Corona-Virus: 1.356 Wuppertaler infiziert
  • Der Verlauf der Corona-Fälle in Wuppertal.
    Aktuelle Zahlen von Dienstag, 10. November 2020 : Corona-Virus: 1.152 Wuppertaler infiziert

Bei den materiellen Geschenken stehen Gutscheine für jeden Zweiten (51 Prozent) in Wuppertal zwar weiterhin hoch im Kurs, gleichzeitig gaben aber deutlich mehr als die Hälfte der Befragten (63 Prozent) an, aufgrund der ungewissen Aussichten weniger Gutscheine für Reisen als gewöhnlich zu verschenken. Grundsätzlich ist die Geschenke-Hitliste im Vergleich zu den Vorjahren relativ konstant: Besonders beliebt in Wuppertal sind nach wie vor Spielwaren (48 Prozent), Kosmetik und Körperpflegeprodukte (46 Prozent), Uhren und Schmuck (43 Prozent) sowie Bücher bzw. Schreibwaren (42 Prozent). Weit abgeschlagen hingegen finden sich eher traditionelle Konsumgüter wie Heimtextilien (16 Prozent) und Lederwaren (14 Prozent).

Trotz Corona-Pandemie bleibt das Kaufverhalten in Wuppertal beständig: Für die Mehrheit der Befragten ist das Einkaufszentrum in der Innenstadt die wichtigste Einkaufsmöglichkeit (65 Prozent) – noch vor dem Internet (61 Prozent). Dennoch: Nur jeder Dritte (34 Prozent) fühlt sich beim Geschenke-Kauf in den Geschäften sicher. Nahezu ebenso viele Befragte (33 Prozent) bestellen in diesem Jahr ihre Geschenke deshalb häufiger als sonst im Internet, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Weitere Gründe für vermehrtes Online-Shopping im Vergleich zur Vorkrisenzeit sind die größere Auswahl (35 Prozent), die einfache Handhabung (31 Prozent) und die schnelle Lieferung (29 Prozent). Die Unterstützung des stationären Einzelhandels ist den Wuppertaler Bürgerinnen und Bürgern nur bedingt wichtig: Lediglich 36 Prozent der Befragten haben vor, deshalb Geschenke in der Umgebung zu kaufen, bei den 12- bis 23-Jährigen sind es sogar nur 16 Prozent.

Unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Oliver Gansser vom ifes Institut für Empirie & Statistik der FOM Hochschule befragten im Herbst 2020 rund 4.200 Studierende bundesweit mehr als 46.000 Menschen in persönlichen Interviews (telefonisch und Face-to-Face), quotiert nach Geschlecht und Alter.

Die komplette Umfrage zum Download finden Sie hier.