Ton vor Seilbahn-Bürgerbefragung in Wuppertal am 26. Mai wird schärfer

Ton wird schärfer : Seilbahn-Abstimmung: Kritik von beiden Seiten

Vor der Abstimmung über ein mögliches Seilbahn-Projekt in Wuppertal wird der Ton schärfer. Sowohl der Verein „Seilbahnfreies Wuppertal“ als auch die Initiative „Pro Seilbahn“ üben Kritik.

Der Verein „Seilbahnfreies Wuppertal“ hat den Vorwurf der Wuppertaler Stadtwerke (WSW) zurückgewiesen, man verwende „wahrheitswidrige“ Zahlen.

„Die Datengrundlage sind die von den WSW selbst ermittelten Fahrgastzahlen aus den automatisierten Zählgeräten sowie zusätzlichen Handzählungen. Diese Fahrgastzahlen sind uns durch einen Leak von den WSW zugespielt worden“, heißt es. „Ein WSW-Mitarbeiter bestätigte (…) sogar gegenüber dem Oberbürgermeisterbüro die so ermittelten Zahlen als die ,tatsächlichen Fahrgastzahlen‘“.

Die von den WSW selbst ermittelten Daten zeigten: „Auf den gesamten Südhöhen bis Hahnerberg fahren auf den bis zu acht Linien weniger als 15.000 Fahrgäste am Tag, sogar mit der Linie 615. Alleine in der Seilbahn sollen es laut Gutachten aber über 18.000 Fahrgäste sein, dabei fahren – durch ein Ingenieurbüro im Auftrag der WSW ermittelt – nur 6.500 Fahrgäste von und zur Uni.“

Es sei nun „an der Zeit ,von Seiten der Stadt und der Wuppertaler Stadtwerke alle Fakten auf den Tisch zu legen. Denn neben den augenscheinlich verdoppelten Fahrgastzahlen sind mutmaßlich auch Reisezeiten falsch in die Nutzen-Kosten-Analyse eingeflossen.“

Peter Vorsteher und Kai Koslowski im Jahr 2016 bei einer Rundschau-Diskussion über das Seilbahn-Projekt. Foto: Wuppertaler Rundschau

„Pro Seilbahn“ bemängelt seinerseits eine „unzureichende, undifferenzierte sowie in einigen Punkten auch unzutreffende Darstellung des Projekts“ in der Infobroschüre der Stadt Wuppertal: „Die Äußerungen zum Projekt selbst – insbesondere die negativen – erschöpfen sich in der bloßen Wiedergabe von teilweise längst widerlegten Befürchtungen, falschen Tatsachen und Aspekten, die tatsächlich ohne Bezug zum Seilbahnprojekt stehen.“

So sei keinerlei Enteignung geplant, sondern nur ein Wegerecht. Auch träfen Vorwürfe einer überholten Technik und einer falschen Kostenkalkulation nicht zu, zumal bis 90 Prozent gefördert würden. Die Privatsphäre der Anwohner werde erhalten, weil „die Kabinen selbst eintrübende Fenster“ erhielten.

Es sei auf die Einbeziehung der Bürgerinitiativen für beziehungsweise gegen die Seilbahn Wuppertal verzichtet worden. Und: „Die Stellungnahmen der Ratsfraktionen beschränken sich im Wesentlichen auf einen Aufruf zur Teilnahme an der Befragung. Auch eine Darstellung der Wuppertaler Stadtwerke mit wirtschaftlichen Darlegungen fehlt, im Gegensatz zu Bürgerentscheiden in anderen Städten.“

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