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Sea-Watch 4: Helge Lindh (SPD) lobt Mission und Evangelische Kirche

Schiffstaufe der „Sea-Watch 4“ : Lindh: „Besonderer Ausdruck der Menschlichkeit“

Der Wuppertaler Bundestagsabgeordnete Helge Lindh (SPD) hat im Rahmen der Schiffstaufe der „Sea-Watch 4“ in Kiel erneut appelliert, eine dauerhafte Seenotrettungsmission im Mittelmeer zu installieren. Lindh lobte das Engagement der Evangelischen Kirche Deutschlands und der ehrenamtlichen Crew des Schiffs. Es steht nun im Dienst von „United4Rescue“ und „Sea-Watch“.

Der Sozialdemokrat: „Das Schiff und seine Mission sind für mich ein besonderer Ausdruck der Menschlichkeit. Seenotrettung ist ein Akt der Nächstenliebe und verkörpert daher eine Grundhaltung unserer Gesellschaft. Es vertritt die Schönheit unseres Grundgesetzes, in dem die Würde des Menschen als unantastbar verankert ist, in ihrem täglichen Tun. An einem Tag, der geprägt war von Hass und den zutiefst rassistischen Taten in Hanau, ist dies ein besonders wichtiges Zeichen der Menschlichkeit. Nur durch das Engagement der Crew und vieler anderer kann der politisch ausgehandelte Ad-hoc-Verteilmechanismus und die Öffnung der italienischen Häfen tatsächlich Menschen vor dem Tod sowie einer wochenlangen Odyssee auf dem Mittelmeer bewahren.“

Lindh: „Wir müssen uns aber zugleich eingestehen, dass der politische Wille in Europa – und auch in Teilen Deutschlands – bislang fehlt, das Provisorium der ehrenamtlichen Seenotrettung durch eine dauerhaft staatliche zu ersetzen. Der nach schwierigen Verhandlungen vereinbarte Ad-hoc-Verteilmechanismus kann nur wirksam werden, wenn wir eine dauerhafte Seenotrettungsmission garantieren. Den Mythen über vermeintliche Anziehungseffekte muss ein humanitärer Grundkonsens entgegengesetzt werden. Unter keinen Umständen ist es jemals legitim, Hilfe in Lebensgefahr zu verwehren.“

Abschließend sagte der Wuppertaler: „Ich freue mich besonders, dass es die evangelische Kirche war, die den Ankauf eines neuen Schiffes federführend initiierte und dieses Vorhaben in Windeseile realisierte. Nun kann das Schiff für weitere Restaurationsarbeiten nach Spanien aufbrechen, um ab Frühjahr Menschenleben im Mittelmeer zu retten. In guter christlicher Manier lässt sich daher nur mit den Worten des EKD Ratsvorsitzenden Bedford-Strohm bemerken: Man lässt keine Menschen ertrinken! Die Besatzung der ,Sea-Watch 4‘ geht hier mit bestem Beispiel voran.“

Helge Lindh in Kiel. Foto: Lindh