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Initiative für afghanische Familie: Protest gegen Abschiebung

Initiative für afghanische Familie : Protest gegen Abschiebung

Ein Wuppertaler Flüchtlingsehepaar mit drei Kindern (zehn Jahre, sieben Jahre, fünf Monate) soll nach Afghanistan zurück. Sowohl die evangelische Kirche als auch Diakonie und Wuppertaler Initiative für Demokratie und Toleranz sagen: "Afghanistan ist nicht sicher.

NRW muss das Verfahren stoppen."

Der aktuelle 2016er Bericht der UN-Mission listet für Afghanistan 3.498 Tote und 7.920 Verletzte unter der Zivilbevölkerung auf — ein Drittel der insgesamt 11.418 Opfer waren Kinder. Die Zahl der Toten und Verletzten ist im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent gestiegen. Aufgrund von Anschlägen und Kämpfen sind etwa 1,8 Millionen Menschen innerhalb des Landes auf der Flucht.

Trotzdem hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge entschieden, die seit anderthalb Jahren in Wuppertal lebende Familie M. nicht als Flüchtlinge anzuerkennen. Sie müssen innerhalb von 30 Tagen Deutschland verlassen. Der Fall, so die Wuppertaler Initiative für Demokratie und Toleranz, werde noch dadurch verschärft, dass Familie M. vor ihrer Flucht nach Deutschland ihr Leben lang im Iran und noch nie in Afghanistan gelebt hat. Einer der Gründe dafür ist die Zugehörigkeit zu der in Afghanistan diskriminierten Minderheit der Hazara. Die Hazara sprechen Persisch und gehören, anders als die sunnitische Mehrheit, überwiegend der schiitischen Konfession an.

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Die Kinder von Familie M. besuchen in Wuppertal die Grundschule, die Mutter holt ihr Abitur nach, der Vater sucht einen Ausbildungsplatz.

Sowohl nach Auffassung der Wuppertaler Initiative als auch nach Meinung von evangelischer Kirche und Diakonie bestätigen alle Fakten, dass Afghanistan kein sicheres Herkunftsland ist. Abschiebungen seien daher mit dem Grundrecht auf Unversehrtheit unvereinbar. Die Bundesländer Berlin, Schleswig-Holstein, Bremen, Niedersachsen, Thüringen und Rheinland-Pfalz haben sich deshalb schon dazu entschlossen, keine Geflüchteten nach Afghanistan zurückzuschicken.

Helga Siemens-Weibring, sozialpolitische Beauftragte der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe: "Dies erwarten wir auch von der rot-grünen Regierung in Nordrhein-Westfalen." Aber, so der Info-Newsletter des Kirchenkreises Wuppertal, das einwohnerstärkste Bundesland dränge besonders stark auf die Rückkehr afghanischer Flüchtlinge.