Mysteriös: Ladenstraße unter der Erde?

Mysteriös: Ladenstraße unter der Erde?

Ein Kellergewölbe gibt den Mitarbeitern der Firma Reinshagen & Schröder Rätsel auf. Jetzt werden Zeitzeugen gesucht.

Beim Bau einer weiteren Ausstellungsfläche im Keller stoßen Mitarbeiter des Sanitär-Großhandels Reinshagen & Schröder im Gebäude am Hofkamp vor Jahren auf eine Eisentür mit der Aufschrift "Schuhmacherei Helmut Düllberg — geöffnet Montag von 8 bis 13 Uhr, Samstag von 8 bis 14 Uhr".

Ausstellungsleiter Detlev Ullrich und Lagerist Torsten Zolldahn werden neugierig und nehmen das Gewölbe genauer unter die Lupe: Sie entdecken Randsteine, deren Existenz keinen erkennbaren Sinn macht, Luftschächte, Kaminanschlüsse, Kohlenschütten. Vor allem aber lässt sie die Tatsache stutzig werden, dass in den etwa 60 Zentimeter starken Bruchsteinwänden Durchgänge mit Ziegelsteinen zugemauert sind.

Was liegt dahinter? Auf diese Frage versuchen sie seither eine Antwort zu finden. Torsten Zolldahn: "Ob im Historischen Zentrum oder beim Katasteramt, von städtischer Seite konnte niemand dazu etwas Genaueres mitteilen." Ullrich und Zolldahn bezogen ältere Elberfelder in ihre Nachforschungen mit ein und hörten einige Geschichten: "Da war die Rede von einer unterirdischen Ladenstraße mit mehreren Geschäften, die es, vor Bomben geschützt, im Zweiten Weltkrieg hier gegeben haben soll. Außerdem von Gängen zu Häusern auf der gegenüberliegenden Straßenseite und bis zum Bahnhof Döppersberg", berichtet Detlev Ullrich. Auch gab es Stimmen, die von Notunterkünften für ausgebombte Bewohner berichteten. Aber — niemand war sich sicher...

Um das Rätsel des Kellergewölbes lösen zu können, suchen Ullrich und Zolldahn jetzt Zeitzeugen, die selbst oder aus zuverlässiger Quelle wissen, was sich während und vor dem Zweiten Weltkrieg hier abgespielt hat. Wer helfen möchte, kann sich unter der Nummer 248 05 22 mit den Hobby-Forschern in Verbindung setzen.

(Rundschau Verlagsgesellschaft)