Mit all den Aktenordnern, in denen ganze Unterrichtsentwürfe und viel religionspädagogische Fachliteratur zu finden sind, kennt sich Birgit Koch-Dannert inzwischen gut aus. Ein Griff und sie hat gefunden, was die junge Religionslehrerin für ihren Unterricht sucht. Seit drei Monaten arbeitet die pensionierte Lehrerin ehrenamtlich in der Mediothek des Wuppertaler Schulreferates.
„Die große und umfangreiche Bibliothek hat es mir jahrelang ermöglicht, meinen Religionsunterricht theologisch und weltpolitisch aktuell auf dem neuesten Stand zu halten“, erklärt sie. „Im Schulreferat konnte ich mir Ideen und Materialien besorgen. Ich freue mich, dass ich dabei nun die Kolleginnen und Kollegen unterstützen kann, die noch im Schuldienst sind.“
Mit Beratung punkten
Birgit Koch-Dannert ist eine von vier ehrenamtlich Mitarbeitenden, die nun jeden Donnerstag von 13 bis 17 Uhr in der Mediothek des Schulreferates anzutreffen sind. Über 300 Religionslehrkräfte aller Schulformen begleitet das Schulreferat in Wuppertal mit seiner Mediothek und regelmäßigen Fortbildungsangeboten.
Auch Beate Haude, die das Schulreferat 25 Jahre lang geleitet hat und im Dezember 2025 in den Ruhestand verabschiedet wurde, ist noch für einige Stunden präsent, bis ihre Nachfoge geklärt ist. An der Neubesetzung der Stelle wird gerade intensiv gearbeitet.
Beate Haude weiß, wie wichtig heutzutage die Beratung geworden ist – gerade für Religionslehrerinnen und -lehrer, die in den Lehrberuf starten. Denn die Zeiten, in denen die Mediothek vorrangig zum Ausleihen von Büchern genutzt wurde, sind längst vorbei. „Theologisches Wissen gibt es auch im Internet, aber hier finden Religionslehrerinnen und -lehrer, Studierende, Lehramtskandidatinnen und -kandidaten und Religionspädagoginnen und -pädagogen viel Anschauungsmaterial für ihren Unterricht und eine passgenaue Beratung“, sagt sie.
Sehr beliebt: Lernkoffer
Zum Material, das am meisten nachgefragt wird, gehören knapp 20 Lernkoffer. Schulreferentin Beate Haude bezeichnet sie gerne als „Herzstück“ der Mediothek. Ob Islam, Judentum, Hinduismus, Christentum, Martin Luther oder die Barmer Theologische Erklärung: In den Koffern gibt es jede Menge Gegenstände, die anschaulich und lebensnah vom Thema erzählen, um das es geht. Aber auch Stofftiere und Puppen, Erzählschafe oder Bodenbilder sind sehr beliebt.
In den Regalen mit Aktenordnern, Zeitschriften und vielen Büchern fällt eine Kirche als Puppenstube auf. Die kann nicht ausgeliehen, aber bespielt werden. Denn Kinder sind in der Mediothek willkommen. Junge Lehrkräfte dürfen sie gerne mitbringen. Während die Eltern sich an einem Tisch mit den ehrenamtlich Mitarbeitenden beraten und in dem Material stöbern, können ihre Kinder sich in der Spielecke beschäftigen.
Die Verantwortung der Kirche
Die Mediothek soll ein Platz zum Wohlfühlen für alle Besucherinnen und Besucher sein. Auch Birgit Koch-Dannert schätzt die gemütliche Atmosphäre der Bibliothek, in der sie schon als Lehrerin viele Stunden verbracht hat. „Kirche ist für die inhaltliche Ausgestaltung des Religionsunterrichts mitverantwortlich. Ihr sollte von daher daran gelegen sein, diejenigen, die das Fach unterrichten, zu unterstützen und damit die christliche Basis des Faches zu gewährleisten“, betont die ehemalige Deutsch- und Religionslehrerin.
Mit ihrem Ehrenamt in der Mediothek will Birgit Koch-Dannert genau dazu beitragen. „Das Schulreferat hat mich mit seinem Angebot durch mein 40-jähriges Lehrerinnendasein getragen. Ich bin dankbar, wenn ich dazu beitragen kann, dass auch andere Lehrkräfte diese Erfahrung machen.“