Amtsgericht: Prozess um gestohlene Ledersitze: "Irgendwann sind wir wohl wieder Freunde"

Amtsgericht: Prozess um gestohlene Ledersitze : "Irgendwann sind wir wohl wieder Freunde"

Ein Angeklagter (23) aus Barmen hat die Ledersitze aus dem Golf eines Bekannten aus- und in sein Auto eingebaut, um das per Internet zu verkaufen — mit Fotos von der fremden Ausstattung.

Der vielfach vorbestrafte Hobby-Schrauber, ein angehender Autolackierer, hat die Tat vor dem Amtsgericht gestanden und zehn Monate Bewährungsstrafe wegen Diebstahls bereits angenommen.

Die Tat in einer schlecht verschlossenen Garage nahe der Schwarzbach im April vergangenen Jahres entsprach wohl größtenteils einer Demontage: Außer den Sitzen kamen auch Rückleuchten, das Radio, die Reifen und sogar der Schaltknüppel weg. Der Angeklagte erklärte, diese Teile habe ein Bekannter an sich genommen, der eigentlich nur bei der Rückbank helfen sollte. Richter Markus Schlosser fragte nach: "Ja, genau so." Verteidiger Klaus Wülfing führte an: "Fahrzeuge umbauen ist deren Hobby. In den Autos sind zum Teil nicht mal mehr die ursprünglichen Motoren drin."

Der Eigentümer des Golfs, 24 Jahre alt und ebenfalls autobegeistert, war von seinem Bruder auf die Verkaufsannonce des Angeklagten mit den verräterischen Bildern aufmerksam gemacht worden. Zumindest seine Ledersitze hat er inzwischen zurück. Der Mann zeigte sich gelassen: "Er hat es ja zugegeben. Irgendwann sind wir wahrscheinlich wieder Freunde."

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