Fünf Angeklagte gestehen Raubserie in Barmen

Prozess : Fünf Angeklagte gestehen Raubserie in Barmen

Mit Geständnissen am ersten Verhandlungstag sind fünf Angeklagte im Alter zwischen 17 und 21 Jahren in ihren Raubprozess gestartet. Es geht um eine mutmaßliche Spielhallen-Überfallserie in Barmen und Oberbarmen.

Die Vorwürfe stimmen, erklärten sie öffentlich im Landgericht. Die Brotmesser für die Taten zwischen August 2017 und August 2018 hätten sie aus den Besteckschubladen ihrer Mütter genommen. Masken und Luftdruckpistolen hätten sie sich kurz vor den Überfällen beschafft.

Die Angeklagte bestätigten, sie würden sich aus der Schule kennen. Ein 18-Jähriger sagte: "Ich wusste, dass die das gemacht hatten, und es hatte geklappt. Da wollte ich auch."

Die Tatorte liegen jeweils nur wenige hundert Meter von den Wohnungen der Familien entfernt. Eine Spielhalle soll dreimal Ziel der Gruppe gewesen sein. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bekamen jeweils Waffen vorgehalten. Die Angeklagten bestätigten, fast durchweg zu zweit vorgegangen zu sein. Nur bei einer Tat mit womöglich besonders hoher Beute von 3.000 Euro seien sie zu dritt gewesen.

Ein 17-Jähriger sagte: Nach einem Überfall - um mutmaßlich 250 Euro - habe ihm sein Komplize 50 Euro abgegeben und erklärt, das sei die Hälfte. Bei einer späteren Tat steckte ein Beteiligter womöglich mehr als 1.000 Euro für sich ein, bevor die Gruppe aufteilte.

Auf die Spur der Gruppe kam die Polizei im September 2018, nachdem sie an einem Tatort DNA sicherstellte. Es folgten die Festnahmen. Bis zum ersten Prozesstag saßen die Angeklagten in fünf verschiedenen Gefängnissen, damit sie sich schwerer absprechen konnten. Sie können auf Jugendstrafen hoffen, wenn sich die Vorwürfe bestätigen.

Die Sicherheitsvorkehrungen der Wachtmeister im Saal stießen auf lautstarken Unmut von Angehörigen. Ein Mann im Zuschauerraum kommentierte: "Die machen hier ja eine Staatsaktion draus." Eine Mutter rief aufgebracht: "Das sind doch nur Jugendliche!"

Das Landgericht will Mittwoch (20. März 2019) weiter verhandeln:

Mehr von Wuppertaler Rundschau