Eis ja, Kaffee nein

Eis ja, Kaffee nein

Einen mobilen Kaffee-Service wollte Mario Mazza aufmachen, als er aus dem Tunnel Döppersberg vertrieben wurde. Als ob das so einfach wäre...

Ahmet Karadon schaut verständnislos. "Natürlich wäre es für uns einfacher, wenn Herr Mazza mit seinem Wagen zu unserer Haltestelle fahren könnte. Erst recht bei diesem Wetter", sagt der Busfahrer, der bei den Stadtwerken angestellt ist, und nickt in Richtung Regen, der draußen prasselt. Karadon und seine Kollegen würden "sicher sehr viel Kaffee, aber auch belegte Brötchen kaufen", sagt er. Mario Mazza müsste nur mit seinem "Mazzinomobil" zur Haltestelle Ohligsmühle fahren und auf die Busfahrer warten, die ihre Pausen machen.

Das klingt eigentlich nach einer guten Geschäftsidee für den 48-jährigen Inhaber des Cafés "Mazzino" am Wall — wenn er es dürfte. Aber das Ordnungsamt der Stadt hat etwas gegen den Verkauf von Kaffee und Snacks als fahrender Händler. Mazza hatte sich den kaffeebraunen Verkaufswagen für mehrere Tausend Euro Anfang September zugelegt. Als Verkaufsstellen hatte er die Uni und eben die Ohligsmühle angepeilt. Als seine Frau Karin für 350 Euro einen Reisegewerbeschein anmelden wollte, kam die Ernüchterung: Auf Wuppertaler Straßen darf Mazza nicht verkaufen — höchstens auf Privatgelände.

"Für Herrn Mazza ist das schade, aber die Idee verstößt gegen geltende Regeln", sagt Ulrike Schmidt-Keßler vom städtischen Presseamt. Die Kollegen hätten Bedenken in zwei Punkten: Erstens die Verkehrssicherheit. "An der Ohligsmühle ist so viel los, das ist ebenso kritisch wie vor dem Haupteingang der Uni", sagt Schmidt-Keßler. Der zweite Grund sei, dass die Ladenbesitzer mit festem Angebot rund um die Verkaufspunkte geschützt werden müssten.

Mario Mazza gibt zu, dass er "ein bisschen leichtgläubig an die Sache herangegangen" sei. "Ich dachte, das funktioniert wie bei einem Eiswagen", sagt er. Das ginge auch — aber eben nur auf Plätzen, in deren Nähe es kein Angebot gibt, entgegnet die Stadt. Aufgeben will Mazza nicht. Unterstützung bekommt er von potenziellen Kunden. Holger Stephan, Pressesprecher der Stadtwerke, berichtet von mehreren Gesprächen mit Mazza. "Wir hätten uns sehr über das Angebot gefreut. Aber gegen die gesetzliche Lage können wir nichts tun", sagt Stephan.

Anders sieht es an der Uni aus. "Einen Bedarf sehe ich für einen mobilen Verkauf bei uns nicht", sagt Fritz Berger, Geschäftsführer des Hochschul-Sozialwerks (HSW). Es gibt allein sieben große Verpflegungspunkte wie Mensen und Cafeterien rund um die Gaußstraße, die den 20.000 eingeschriebenen Studenten den Kaffee ausschenken. Das HSW hatte es selbst einmal mit einem Pommes- und Wurstwagen versucht, "das hat sich aber nicht gelohnt", sagt Berger.

Das Verbot für sein Mazzinomobil ist nicht der erste Schlag, den Mazza in den letzten Monaten hinnehmen musste. Im August musste er nach Jahren aus dem lukrativen Geschäft im Bahnhofstunnel ausziehen...

(Rundschau Verlagsgesellschaft)
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