Schutz für Radfahrer: Busspur-Freigabe: Jede Sitzung eine oder zwei

Schutz für Radfahrer : Busspur-Freigabe: Jede Sitzung eine oder zwei

Durchbruch in der Diskussion um die Freigabe von Busspuren für Radfahrer: Verkehrsversuch auf der Bundesallee — und die SPD will noch viel mehr.

"Die SPD würde grundsätzlich alle Busspuren freigeben" — so jetzt Sedat Ugurman, verkehrspolitischer Sprecher seiner Partei im Verkehrsausschuss. Und eine Strategie existiert auch schon: In jeder zukünftigen Sitzung des Gremiums möchten die Sozialdemokraten eine oder zwei weitere Busspuren-Freigaben durchbringen.

Rückenwind gibt es durch die aktuelle Rechtsprechung: In jüngster Zeit steht der Schutz von Radfahrern deutlich stärker im Vordergrund. Wenn dieser Schutz nicht anders gewährleistet werden kann, als dass den Pedal-Piloten das Nutzen von Busspuren erlaubt wird, müssen die Busspuren für Radfahrer freigegeben werden. Oder aber die Busspur müsste gestrichen und zu einer normalen Fahrspur zurückumgewandelt werden.

Auf großen Talstrecken — so etwa auf der Gathe — ist das hochinteressant und hochbrisant: Wer als Radler, weil es (noch) verboten ist, die Busspur nicht benutzt, gerät schnell in Konflikt mit gestressten Autofahrern — oder aber im schlimmsten Fall in die Zange zwischen Autos und Bussen.

Frank ter Veld von den Grünen, der seit Jahren für die Freigabe der Gathe-Busspuren kämpft: "Andere Städte haben das längst eingesehen und ihre Spuren geöffnet." In Wuppertal ist das bei den großen Strecken bisher stets an den WSW gescheitert, die befürchten, dass ihre Busse von zu langsamen Radfahrern, die man nicht überholen könne, ausgebremst werden.

Ein erster wichtiger Schritt ist jetzt vollzogen: Die Busspur auf der Bundesallee Richtung Westen zwischen der Einmündung Kasinostraße bis zur Aue wird für Radler freigegeben. Damit auch die CDU mitzog, war der Kompromiss erforderlich, das Ganze als zweijährigen Verkehrsversuch anzulegen.

Mit der im Ausschuss gleich im Anschluss beschlossenen Freigabe der Busspuren am Oberen Grifflenberg und am Neuenteich hatten die Christdemokraten dagegen keine Probleme. Hier gab es mit großer Mehrheit grünes Licht.

Mehr von Wuppertaler Rundschau