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Baustopp am Ottenbrucher Bahnhof in Wuppertal

Nordbahntrasse : Baustopp am Ottenbrucher Bahnhof

Der 1879 eröffnete Ottenbrucher Bahnhof am Rand des Briller Viertels zählt zu den schönsten geschichtsträchtigen Immobilien entlang der Trasse. Das komplett aus Holz errichtete Gebäude gehört seit etwa zwei Jahren einem bekannten Wuppertaler Architekten, der es von der Bahn gekauft hat. Die Sanierung stockt allerdings derzeit.

Der Plan: Aus dem Bahnhof soll eine attraktive Gastronomie-Location werden, deren Größe und Leistungsfähigkeit weit über die frühere Ottenbrucher Gaststätte hinausgeht. Außerdem geht es um den Einbau von zwei Wohnungen in der Immobilie. Das seit 1985 unter Denkmalschutz stehende Gebäude ist eingerüstet, mit Folie verkleidet und komplett entkernt worden. Zuletzt hat sich allerdings nicht mehr viel getan – bis auf ein neues Dach, das das Bauwerk vor Witterungseinflüssen schützt. Ansonsten hat die Stadt Wuppertal einen Baustopp verhängt.

Zu den Gründen sagt Jochen Braun, Leiter des städtischen Ressorts Bauen und Wohnen: „Maßnahmen wie die am Ottenbrucher Bahnhof sind baugenehmigungspflichtig. Wenn also Dinge mit einem Gebäude gemacht werden, die genehmigungspflichtig sind, können wir nur über Anträge entscheiden, die bei uns regelgerecht eingehen. Diese Anträge müssen gestellt werden, und sie müssen eine bestimmte Form haben.“

Der Gebäudeeigentümer, der als Architekt bereits viele Wuppertaler Bauvorhaben (auch mit Denkmalschutz) realisiert hat, nennt im Gespräch mit der Rundschau noch einen weiteren Schwerpunkt der Auseinandersetzung. Der Bahnhof Ottenbruch hatte bis zu dem Zeitpunkt, als die Nordbahn als Zugstrecke stillgelegt wurde, aufwändig gestaltete hölzerne Vordächer, die den gesamten Bahnsteig überspannten. Diese historischen Dächer habe, so der jetzige Bahnhofsbesitzer, die Bahn abgebaut und eingelagert. Für das Schicksal dieser Vordächer sieht er die Stadt in der Verantwortung, die seit seinem Kauf des Bahnhofes für das Gebäude zuständig sei.

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Zur Rundschau sagt er: „Ich als Eigentümer warte auf die Herausgabe der eingelagerten Vordächer. So lange baue ich nicht weiter.“ Stadt-Ressortleiter Jochen Braun kann hier jedoch nicht helfen: „Die Stadt Wuppertal weiß trotz intensiver Recherche unserer Mitarbeiter leider nicht, was von Seiten der Bahn mit diesen Dächern geschehen ist. Und es gibt auch keine städtischen Lagerflächen für denkmalgeschützte Bauteile.“

Wie der Streit um das bekannte und beliebte Gebäude an der Nordbahntrasse – den angesichts von Bedeutung und Potenzial des Ottenbrucher Bahnhofes beide Seiten gleichermaßen bedauern – nun weiter- beziehungsweise ausgehen wird, ist zurzeit völlig offen.