Besuch von Anja Liebert Alte Feuerwache: „Enorm wichtig für das Quartier“

Wuppertal · Für viele Menschen in der Nordstadt und im Mirker Quartier ist die Alte Feuerwache längst eine Institution – und viel mehr als ein Anlaufpunkt nur für Kinder- und Jugendarbeit. Die Pädagogische Leiterin Jana Ihle und Geschäftsführer Joachim Heiß haben sich nun mit der grünen Bundestagsabgeordneten Anja Liebert über die aktuellen Herausforderungen, aber auch den neuen Ideen ausgetauscht.

 Die Pädagogische Leiterin Jana Ihle (re.) und Geschäftsführer Joachim Heiß stellten Anja Liebert die aktuellen Pläne der Alten Feuerwache vor.

Die Pädagogische Leiterin Jana Ihle (re.) und Geschäftsführer Joachim Heiß stellten Anja Liebert die aktuellen Pläne der Alten Feuerwache vor.

Foto: Grüne

So sollen in Absprache mit der Bergischen Universität in Zukunft mehrere Häuser, die noch vom Solar Decathlon am Bahnhof Mirke stehen, für die Quartiersarbeit genutzt werden. Und natürlich ging es auch um die aktuelle Diskussion um den Moscheeneubau und das AZ in der Nachbarschaft.

„Wir stehen mit unserer Arbeit oft in der Öffentlichkeit", erklärten Ihle und Heiß. Auf der einen Seite sei die Medienwirksamkeit sicher positiv, auf der anderen verkläre es aber möglicherweise auch die Situation. „Wie viele andere Einrichtungen im sozialen Bereich kämpfen auch wir ums Überleben.“

Man sei auf Spenden angewiesen und vor allem auch auf Förderung. An diesem Punkt sagte Liebert zu, sich für Unterstützung einzusetzen. „Die Arbeit für das Quartier, die das Team der Alten Feuerwache leistet, ist enorm wichtig“, unterstrich die Grüne, die die Einrichtung schon lange Jahre aus ihrer Zeit als Stadtverordnete kennt, die Bedeutung.

Vor allem auch auf dem Thema Prävention liegt mittlerweile der Fokus der Einrichtung. Es sei kein einfacher Stadtteil, so Heiß. „Viele Kinder leben hier in Armut. Der Druck auf sie wird immer größer“, erzählen die beiden. „Wir sehen uns als Team, dass die Familien bei der Erziehung unterstützt."

Ansetzen müsse man auch bei der Bildung. „Das muss man doch im Zusammenhang sehen“, sind Ihle und Heiß überzeugt. „Die Kinder sind ja da – trotzdem herrscht ein großer Fachkräftemangel.“ Man müsse in Bildung mehr investieren. „Um an den Bildungsprozessen teilhaben zu können, brauchen Kinder aber erstmal ein sicheres Umfeld. Daran arbeiten wir.“

Trotz der schwierigen Lage versuche die Feuerwache deshalb, „immer auch neue Wege zu gehen“, so Heiß. So sei die Idee entstanden, die Angebote der Einrichtung auf die Häuser des 2022 zu Ende gegangenen Bauwettbewerbs Solar Decathlon, die noch mehrere Jahre als „Living Lab“ am Mirker Bahnhof stehen, auszuweiten. „Die Planungen zusammen mit der Bergischen Uni laufen bereits.“

Fest steht bereits, dass die Alte Feuerwache auf jeden Fall schon mal die Freiflächen rund um die Häuser nutzen kann. Außerdem wird die Bepflanzung übernommen. Ob und wenn wie auch das Innere der Musterbauten einbezogen werden kann, sei dagegen noch offen. Heiß zeigt sich aber optimistisch. „Wir führen darüber Gespräche mit der Uni.“

Ein Konzept, das auch Anja Liebert ausdrücklich unterstützen würde. Dass auf bereits bestehende Ressourcen zurückgegriffen wird, sei ein Zeichen von Nachhaltigkeit: So werden die spannenden Bauten des Solar Decathlon unter Realbedingungen weiter genutzt.“