„Zeugin der Anklage“ im Taltontheater TTT braucht noch Geld und zeigt Krimi-Klassiker

Wuppertal · Spannung auf und hinter der Bühne: Im Taltontheater (TTT) ist mit „Zeugin der Anklage“ von Agatha Christie die letzte Produktion in den alten Räumen zu sehen. Im Herbst sollen die bereits begonnenen Umbaumaßnahmen des ehemaligen Goldzack-Gebäudes an der Wiesenstraße 118 fertiggestellt sein.

"Zeugin der Anklage" von Agatha Christie im Taltontheater: Stefanie Gindler in ihrer Rolle als Romaine Vole während der Vereidigung im Zeugenstand.

"Zeugin der Anklage" von Agatha Christie im Taltontheater: Stefanie Gindler in ihrer Rolle als Romaine Vole während der Vereidigung im Zeugenstand.

Foto: Joachim Schmitz

Doch ähnlich wie beim Krimi der berühmten britischen Autorin bleibt es auch im wahren Leben nervenzehrend für die Betroffenen. Denn der Eigenanteil für die Sanierung des kleinen freien Theaters ist trotz intensiver Bemühungen der Theaterleitung sowie Zuwendungen von Firmen, Stiftungen und Privatpersonen noch nicht sichergestellt. Es klafft eine Finanzierungslücke von 50.000 Euro bei den veranschlagten 220.000 Euro. Der künstlerische Leiter des TTT, Jens Kalkhorst, nennt als Grund das Ausbleiben einer erhofften Förderung.

Doch es gibt auch gute Nachrichten: „Uns wurden die 50.000 Euro Mietschulden bei der Stadt, die durch die Folgen der Corona-Pandemie entstanden sind, erlassen beziehungsweise durch einen Sonderzuschuss querfinanziert“, berichtet Jens Kalkhorst. Außerdem habe die Stadt die institutionelle Förderung des TTT auf 30.000 Euro für die Jahre 2024/2025 erhöht. Kalkhorst: „Für unser Überleben ist der entscheidende Punkt, im Herbst wiederzueröffnen.“

Im Oktober 2024 soll das TTT fertig saniert und umgebaut im neuen Glanz erstrahlen. „Zeugin der Anklage“ wird dann als eines der ersten Stücke wiederaufgenommen. Das ist auch gut so, denn die Aufführungen vor der Schließung des Theaters sind bereits ausverkauft.

Der Besuch der Produktion unter der Regie von Jens Kalkhorst lohnt sich in jedem Fall. Der Krimi ist nicht nur von der Handlung her spannend, sondern wird von einem spielfreudigen Ensemble prächtig umgesetzt. In „Zeugin der Anklage“ geht es um den jungen Vertreter Leonard (als zuckersüßer Naivling: Niko Funken), der des Mordes an einer älteren Dame beschuldigt wird. Seine Verteidiger (als versnobter Anwalt unschlagbar: Maurice Kaeber und Thomas Stratmann) glauben an seine Unschuld.

Doch ausgerechnet Leos Ehefrau (Stefanie Gindler) lotet die Rolle in allen Facetten von verrucht bis verzweifelt aus, sabotiert die Verteidigung. Zu lachen gibt’s ebenfalls einiges: Svenja Dee als Haushälterin der alten (56-jährigen) Dame spielt diese als dumm-dreisten Hausdrachen. Man darf sich also auf die Wiedereröffnung und die neue Spielzeit ab Herbst freuen.

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