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Wuppertaler Immobilienmarkt: „Nachfrage schwächt ab“​

Makler Frank Müller : Immobilienmarkt: „Nachfrage schwächt ab“

Häuser und Wohnungen in Wuppertal sind seit 2010 immer teurer geworden. Jetzt verdichten sich die Anzeichen für ein Ende des Höhenflugs am Immobilienmarkt.

Ricarda Baltz, Vorsitzende des Gutachterausschusses für Grundstückswerte, hatte bereits vor zwei Wochen vermutet, dass die Immobilienpreise ihren Zenit erreicht haben. Frank Müller, Immobilienmakler in Wuppertal und gemeinsam mit Stephan Vollmer Verfasser des im Rundschau-Verlag erschienenen „Immobilien-Wegweisers“, sieht dafür jetzt weitere handfeste Anzeichen.

Wichtigster Faktor laut Müller: Die Banken haben die Zinskonditionen zuletzt sehr deutlich erhöht. Sei eine Baufinanzierung im Januar noch für 1,2 Prozent Zinsen zu haben gewesen, so sei es jetzt schwierig, bei zehnjähriger Zinsbindung noch Kredite unter drei Prozent Zinsen zu bekommen. Wenn man für den Kauf einer Immobilie beispielsweise 300.000 Euro aufnehmen muss, bedeutet diese Entwicklung eine Mehrbelastung von 450 Euro monatlich.

Außerdem dämpfen laut Müller Sorgen um die Arbeitsplätze und Verunsicherung durch den Ukraine-Krieg die bislang nahezu ungebremste Kauflust. Seine Beobachtung: „Schon jetzt stellen wir fest, dass sich die Nachfrage etwas abschwächt und die Preissensibilität bei den Interessenten zunimmt. Da die Immobilienmärkte jedoch überaus träge auf Veränderungen reagieren, ist in diesem Jahr nicht mit zweistelligen Verlusten in Prozent zu rechnen. Ein Preisrückgang von zwei bis fünf Prozent ist hingegen sehr wahrscheinlich.“

(rt)