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Immobilien-Rundschau: Frank Müller über Corona und Immobilienpreise

Immobilien-Rundschau : Corona-Krise und Immobilienpreise: Blick in die Glaskugel

Immobilien kaufen, besitzen und verkaufen - das ist auch in Wuppertal ein Thema mit vielen Fragezeichen. Führende Marktexperten erklären in der Rundschau, was Anbieter und Interessenten wissen sollten. Heute: Frank Müller mit einer Einschätzung zu den Auswirkungen der Corona-Krose auf den Markt für Wohnimmobilien.

Wie entwickeln sich die Immobilienpreise für Wohnungen und Einfamilienhäuser jetzt? Wir werfen die Glaskugel an und wagen einen ersten Ausblick.

In einer Analyse haben wir letztes Jahr festgestellt, dass nicht nur der niedrige Zinssatz Schuld an hohen Kaufpreisen ist. Noch entscheidender sind die Konjunktur und der Arbeitsmarkt. Um es kurz zu machen: Häuser und Wohnungen kaufen die Menschen nur dann, wenn sie an die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes und die damit verbundene Nachhaltigkeit ihres Einkommens glauben.

Wer eine Wohnung oder ein Einfamilienhaus kauft möchte sicher sein, die Raten für die Baufinanzierung über Jahrzehnte zahlen zu können. Ergo treffen bei Anzeichen von Unsicherheit weniger Menschen die Entscheidung, Eigentum zu erwerben. Die Anzahl der Kaufverträge wird sich reduzieren, ebenso die Nachfrage und damit auch die Preise. Es ist jetzt nahezu egal, ob die Zinsen bei null oder zwei Prozent liegen.

Der Umfang der wirtschaftlichen Probleme, vor denen unser Land steht, ist nicht absehbar. Das Risiko an einer Corona-Infektion schwer zu erkranken, wird sich in absehbarer Zeit durch die Medizin erledigen. Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie sind unermesslich und nachhaltiger. Als Exportnation sind wir in besonderem Maße auf den Handel mit anderen Ländern angewiesen. Spätestens dort wird Deutschland ausgebremst. Die Zeit sicherer Arbeitsplätze, guter Konjunktur und eines wachsenden Wohlstandes geht gerade zu Ende. Wieso sollten Einfamilienhäuser und Wohnungen preisstabil bleiben oder teurer werden?

Aber bleiben Sie locker. Die Immobilienmärkte sind träge. Es gibt keinen Preisverfall von heute auf morgen. Es geht immer nur ziemlich langsam aufwärts und umgekehrt. Außerdem hat das Geld, das jetzt gedruckt werden muss, gute Chancen für eine ordentliche Inflation zu sorgen. Eine hohe Inflation hat immer zu erhöhten Investitionen in Immobilien und Preiserhöhungen geführt. Das Murmeltier meldet sich wieder im Jahre 2025…