Rundschau: Worum geht es bei Fragebogen- und Interviewaktion?
Hasselhorn: „Wir untersuchen den Zusammenhang von Arbeit, Gesundheit und Erwerbstätigkeit. Da spielen Rehabilitation und Wiedereingliederung eine sehr wichtige Rolle. Denn es ist klar, dass es nach einer stationären Reha eine gute Wiedereingliederung braucht, um das Arbeitsleben wieder erfolgreich fortsetzen zu können. Um die Erfahrungen an der Schnittstelle zur Rückkehr an den Arbeitsplatz auszuwerten, brauchen wir die Berichte von Menschen, die uns aus erster Hand schildern, was sie erlebt haben.“
Rundschau: Wer kann teilnehmen?
Hasselhorn: „Alle, die vor drei bis zwölf Monaten eine stationäre Rehabilitation abgeschlossen haben und wieder an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt sind.“
Rundschau: Was versprechen Sie sich von der Auswertung dieser sicher ganz unterschiedlichen Erfahrungen?
Hasselhorn: „Die Frage, ob man auch in höherem Alter noch arbeiten kann oder will, wird zurzeit intensiv diskutiert. Darum ist bei der Frage, unter welchen Bedingungen nach einer Rehabilitation wieder eine Rückkehr in den Job stattfindet, viel Musik drin. Ich selbst war viele Jahre Betriebsarzt. Daher weiß ich, dass eine gute, auf den Menschen fokussierte Wiedereingliederung von ganz entscheidender Bedeutung ist. Für Mensch und Betrieb.“
Rundschau: Was passiert mit den Fragebögen und Interviews?
Hasselhorn: „Wir wollen im Rahmen einer bundesweiten Groß-Studie Empfehlungen entwickeln, wie das gesamte Spektrum verbessert werden kann. Wir wollen verstehen, was passiert, was nicht passiert, und was wir besser machen können. Um zum Beispiel zu verhindern, dass sich Menschen nach ihrer Reha bei der Wiedereingliederung alleine gelassen fühlen. Auch geht es um Instrumente gegen die oft große Sprachlosigkeit zwischen den Reha-Institutionen und den Betrieben.“