ESC-Blog des Wuppertaler Musikexperten Peter Bergener Eine unglaubliche Karriere auch ohne den ESC

Wuppertal · Es gibt eine Künstlerin, die gehört zu mir, wie mein Name an der Tür. Ihr wisst schon sofort bei der Aussage, dass es Marianne Rosenberg ist. Das Lied „Er gehört zu mir“ so wie viele andere ihrer Klassiker, sei es „Ich bin wie Du“, „Marleen“ oder "Lieder der Nacht", kennt fast jede Deutsche bzw. jeder Deutsche. Die meisten können ihre Lieder sofort mitsingen.

Das Cover des neuen Albums.

Das Cover des neuen Albums.

Foto: Bergener

Marianne sang schon früher nicht nur über und für die Liebe. Nein, sie zeigte uns, dass nur die Liebe siegt und das auch über Grenzen hinweg. Sei es hinsichtlich Homophobie, Antisemitismus oder jeglicher Art von sozialer Ausgrenzung.

Nun ist ihr neues Album „Bunter Planet“ erschienen. Es ist eine Fortsetzung des Albums „Im Namen der Liebe“, das sie 2020 veröffentlicht hatte. Mit „Bunter Planet“ bekommen wir hervorragende 14 Titel von ihr zu hören und das wieder mit tollen, modernen Beats. aber vor allem kombiniert mit Rosenbergs unverkennbarer Stimme. Eine Stimme, die berührt!

Nach mehr als 50 Jahren im Musikgeschäft ist sie derzeit produktiver, erfolgreicher und unabhängiger denn je. Ihr Album „Im Namen der Liebe“ stieg im Jahr 2020 auf Platz eins der Charts. Der Nachfolger „Diva“ kam 2022 auf Platz fünf. Und auch auf ihrem neuen 22. Studioalbum hat Marianne Songs mit großem Hitpotenzial. Es wird ganz hoch in die Charts kommen. Sie ist heute aber nicht nur eine einfühlsame und mega euphorisierende Sängerin, sondern wirkt auch als Autorin und Produzentin ihrer Musik mit.

Neue Musik zu veröffentlichen ist für die Sängerin mittlerweile spannender als zu Beginn ihrer Karriere. „Heute ist es eben mein musikalisches Baby, wo wirklich das Herz dran hängt, dem ich den Titel gegeben habe, das ich gestaltet habe“, sagte Marianne im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Klammert man die ersten Karrierejahre aus, in denen sie wohl einfach noch zu jung war, ist Marianne Rosenberg stets ihren eigenen Weg gegangen. Es sind tatsächlich über 50 Jahre her, seit sie 1969 zum ersten Mal die Hansa-Studios betrat, um ihre Debütsingle „Mr. Paul McCartney“ einzusingen. Damals war Marianne 14, schweigsam, sagte nur Ja und Nein.

Das Innenleben.

Das Innenleben.

Foto: Bergener

Aber heute zeigt sie schon nach ein paar Sätzen, dass sie weiß, was sie will, was ihr guttut, aber dass sie auch wirklich etwas zu sagen hat. Wenn man die Lieder ihres neuen Albums „Bunter Planet“ hört, merkt man sofort, dass sie aber eines immer beherzigt und befolgt und zwar den Rat ihres Vaters, der ihr immer gesagt hat: „Marianne, sing mit dem Herzen!“ Einfach genial, wie sie singt und wirklich von Herzen!

So ein tolles, neues, deutsches Album in meinen Händen nach dem ESC in Malmö! Tja, eine Sängerin, die ich so gerne mal als ESC-Vertreterin für Deutschland gesehen bzw. gehört hätte. 1975 nahm sie erstmals an der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest teil, platzierte sich aber mit ihrem Lied „Er gehört zu mir" nur auf Platz 10. Unglaublich, nur Platz 10, und damals so wie noch heute ein Mega-Hit von ihr. 1976 sang sie sogar bei der luxemburgischen ESC-Vorentscheidung „Tout peut arriver au cinéma“, aber kam nur auf Platz 2. Und wisst Ihr, welches Lied es war? Es war „Lieder der Nacht“, das bekanntlich in dem deutschsprachigen Raum nach der Luxemburger Sendung ein großer Hit in deutscher Sprache wurde.

Dann versuchte es Marianne bei der deutschen Vorentscheidung 1978, bei sie mit „Nein, weinen werd’ ich nicht“ nur Platz 7 erreichte (eine Vorentscheidung, die aber nur im Radio und nicht im Fernsehen ausgestrahlt wurde). Und dann zwei weitere Versuche: einmal mit der wunderschönen Ballade „Ich werd' da sein, wenn es Sturm gibt“ im Jahre 1980 und noch einmal 1982 mit dem tollen Song von Ralph Siegel „Blue Jeans-Kinder“. Jedoch kein Song schaffte es, dass sie Deutschland beim ESC vertreten konnte.

Marianne sagte mal in einem Interview: „Wer weiß, vielleicht auch gut so. Ich glaube, das sollte alles so sein, dass ich nie beim internationalen ESC war.“ Ihre grandiose Karriere benötigte eben keinen ESC. Auf jeden Fall haben ihre ESC-Vorentscheidungs-Lieder und Auftritte absoluten ESC-Kult-Status. Ich glaube zu wissen, dass internationale Publikum wäre ausgeflippt, wenn sie unsere Marianne gehört hätten.

Aber nun gebe ich 2024 meine „twelve points“ für das neue Album „Bunter Planet", dass bei TELAMO erschienen ist. Neben der ausgekoppelten Single „Liebe spüren“ liebe ich vor allem die Songs „Morgenrot“, „Er ist mein Talismann“, „Ich an Dich“, „Tanzen“ und die unglaublich berührende Ballade „Anfang und Ende“, die ich in Dauerschleife höre.

Ein Wahnsinns-Album – Marianne, das gibt „douze points“ von mir! Ich bin froh, mit Marianne auf diesem „bunten Planeten“ zu sein. Hört unbedingt mal rein in das Album! Viele musikalische Grüße vom Euro-Music-Peter!