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So funktioniert das Wuppertaler Impfzentrum

Corona-Pandemie : So funktioniert das Wuppertaler Impfzentrum

Clean, weiß, funktional. Das Impfzentrum an der Rainer-Gruenter-Straße ist ein Zeltbau, der trotz Größe unscheinbar wirkt. Die 1.000 Quadratmeter funktionieren als Einbahnstraße. Eintritt bekommt nur der, der einen Termin hat. Die Vergabe wird bundesweit über ein Portal koordiniert. Noch fehlen Details, noch fehlt Impfstoff. „Sobald wir neue Informationen haben, werden wir sie weitergeben“, verspricht Stadtsprecher Thomas Eiting.

An diesem Montagmittag geht es erst einmal um das Gebäude auf dem Campus Freudenberg der Uni. Wer einen Termin ausgemacht haben wird, der darf das Impfzentrum betreten. Kurzer Gesundheitscheck, Ausweisung durch Personalausweis, dann geht es ins Wartezimmer. Rund 20 Stühle mit genügend Abstand ermöglichen dort sicheres Warten. Die Monitore, über die die Impfkampagne des Bundesgesundheitsministers laufen soll, müssen noch montiert werden. Aus dem Wartebereich gehen so genannte Impfstraßen ab. In Wuppertal gibt es davon fünf, möglich wären – je nach Impfstoff-Verfügung – noch weitere.

Eine Impfstraße besteht aus einem Behandlungszimmer, in dem zwei Tische stehen. An einem führt ein Arzt ein kurzes Aufklärungsgespräch, an einem weiteren injiziert medizinisches Fachpersonal den Impfstoff. Aus der Kabine heraus geht der Besucher in den Überwachungsraum mit Platz für bis zu 60 Personen. Menschen, bei denen eine Nebenwirkung wahrscheinlich ist (zum Beispiel Allergiker), nehmen hier bis zu einer halben Stunde Platz. Alle anderen Besucher können nach fünf Minuten das Impfzentrum durch den Ausgang verlassen. Der Aufenthalt im Gebäude soll weit unter einer Stunde liegen. Bei reibungslosem Ablauf und nur einer kurzen Überwachung sogar nur Minuten. Die Luft in den Räumen wird zwei Mal pro Stunden ausgetauscht, die Oberflächen bei 50 Grad mit angereichertem Sauerstoff regelmäßig desinfiziert.

  • Das Impfzentrum ist bereits aufgebaut.
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  • Prof. Dr. Hartmut Gülker.
⇥Foto: Max
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  • Bernhard Sander.
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In einer großen Kabine in der Mitte des Zeltes wird der Impfstoff gelagert, aufbereitet und der Ablauf koordiniert. 1.500 Menschen können diese Impf-Einbahnstraße am Tag durchlaufen. Der Betrieb wird sukzessiv hochgefahren. Das medizinische Personal stammt von der Kassenärztlichen Vereinigung, die ein Freiwilligenportal eingeführt hat. Zusätzlich fahren Teams in die Seniorenheime, um dort zu impfen.

Bilder:

„Die Bereitschaft ist enorm“, sagt Andre Altermann, Wuppertaler Internist und Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung. Der Flaschenhals sei der Impfstoff. Wie viel, wann zur Verfügung steht, davon hänge das gesamte Impfgeschehen auch in Wuppertal ab. Die Voraussetzungen seien aber mit der fristgerechten Fertigstellung des Impfzentrums geschaffen. Oder wie Stadtdirektor Johannes Slawig sagt: „Wir haben geliefert.“

Einen ausführlichen Bericht über die Impfstrategie der Stadt Wuppertal lesen Sie am Samstag in der Wuppertaler Rundschau.