1. Corona Virus

Keine DGB-Veranstaltungen am „Tag der Arbeit“ in Wuppertal

Corona-Pandemie : Keine DGB-Veranstaltungen am „Tag der Arbeit“

Der Wuppertaler DGB hat alle für den „Tag der Arbeit“ geplanten Veranstaltungen gestrichen. „Ausgerechnet im Engels-Jahr keine Demonstration, keine Kundgebung und kein Familienfest durchführen zu können ist unfassbar traurig. Aber wir haben keine andere Wahl: Wir müssen die geplanten Veranstaltungen zum 1. Mai absagen“, so der Vorsitzende Guido Grüning.

Das diesjährige Motto lautet „Solidarisch ist man nicht alleine!“ Grüning: „Die Absage der Maiveranstaltungen heißt für uns aber auch, das Motto des 1. Mai jetzt und in den kommenden Wochen mit Leben zu erfüllen. Heute gilt es erst einmal jenen zu danken, die uns tagtäglich – mit hohem Risiko für die eigene Gesundheit – vor dem Virus schützen, unsere Versorgung gewährleisten und die öffentliche Sicherheit aufrechterhalten. Wir müssen sie unterstützen, wo immer möglich! Ob Pflegerinnen und Pfleger, Ärztinnen und Ärzte, die Kassiererinnen und Kassierer im Supermarkt, die Einsatzkräfte bei Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten, die Beschäftigten bei Ver- und Entsorgungsdiensten, Lkw- und Bus-Fahrerinnen und -Fahrer oder das Zugpersonal. Sie alle verdienen unseren Respekt und unsere Solidarität. Wir alle müssen uns jetzt dafür einsetzen, dass ihre Arbeit angemessen gewürdigt wird und sie anständige Arbeitsbedingungen haben.“

Im derzeitigen Ausnahmezustand sehen die Gewerkschaften „neue Formen der Solidarität“ entstehen: „Während viele Beschäftigte nicht zum Arbeitsplatz können, Schulen und Kitas geschlossen bleiben, Verwandte und Freunde nicht besucht werden können, um physische Kontakte zu vermeiden, entstehen in der Stadt neue Nachbarschaftshilfen, Einkaufsgemeinschaften und Jugendorganisationen, die Ältere und Risikogruppen unterstützen. Auch Künstlerinnen und Künstler, die auch am 1. Mai in Wuppertal dabei gewesen wären, zeigen ihre Kunst jetzt im Netz, Museen öffnen virtuell und viele Lehrerinnen und Lehrer entwickeln innovative Lehrmethoden, um unsere Kinder durch die Krise zu führen“, heißt es. „Die Solidarität der Gesellschaft brauchen auch diejenigen, die von den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie besonders betroffen sind, die um ihre Existenzgrundlage fürchten oder um die ihrer Familien, die von Betriebsschließungen, Kurzarbeit oder Geschäftsaufgabe bedroht sind. Viele Menschen müssen zuhause arbeiten und sich gleichzeitig um ihre Kinder kümmern. Wir müssen dafür sorgen, dass ihr Arbeitsplatz und ihr Einkommen gesichert bleiben. Wir fordern von der Politik, dass sie alle notwendigen Mittel zur Überwindung der Krise mobilisiert.“

Der DGB ist gespannt auf die Gespräche, zu denen Oberbürgermeister Andreas Mucke die Vertreterinnen und Vertreter der Wuppertaler Wirtschaft eingeladen hat. „Alle Beteiligten, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände, Kammern, Arbeitsagentur und Jobcenter müssen jetzt alles in ihren Möglichkeiten tun, um Beschäftigung in der Stadt zu sichern“, so Grüning. „Wir wissen nicht, wie lange die Einschränkungen noch andauern werden. Sicher ist aber, dass es auch danach noch Wochen, vielleicht Monate dauern wird, bis wir zur Normalität zurückkehren können. Solidarität, Anerkennung, Vertrauen und Verlässlichkeit werden dann die Grundvoraussetzung sein, für ein neues Miteinander.“

Der DGB hofft, dass die Angst vor dem und der Kampf gegen das Corona-Virus nicht „den Nationalisten in die Hände spielt und sich zum Spaltpilz für ein geeintes Europa entwickelt“. Grüning: „Mit unserer Absage wollen wir Leben retten. Mit Solidarität, mutigem und entschlossenem Handeln stehen wir die Krise gemeinsam durch. Solidarisch ist man nicht alleine!“