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Osterholz-Wald: Bürgerinitiative sieht Wuppertaler OB in der Pflicht

Osterholz-Wald : Bürgerinitiative sieht OB in der Pflicht

Die Bürgerinitiative „Osterholz Bleibt!“ kritisiert den Planfeststellungsbeschluss für die Erweiterung der Halde Oetelshofen. Sie kündigt weitere Protestaktionen an und fordert einen öffentlichen „Runden Tisch“.

„Konkret heißt dies, dass die Firma nach eigenen Aussage eine Rodungsgenehmigung für 5 Hektar Wald zuzüglich der Vernichtung von 3,5 Hektar Aufforstungen im Osterholz Wald bekommen hat“, so die Initiative. Zugleich weist sie die Behauptung zurück, dass die Kritik der Initiative „im Frühjahr 2021 sogar zum Verbarrikadieren von Wander- und Rettungswegen im Osterholz mit Stacheldraht und Baumstämmen geführt“ habe. Man stelle erneut klar, „dass die Waldbesetzung eine eigenständige Aktionsgruppe ist, die ihre eigenen Entscheidungen trifft. Die permanenten Kriminalisierungsversuche der Firma Oetelshofen sowohl der Initiative ,Osterholz Bleibt!‘ als auch der Waldbesetzerinnen und -besetzer dienen lediglich dazu, um von den geplante Rodungen im Osterholz und deren negativen Folgen für die Allgemeinheit abzulenken.“

Die Firma habe von Anfang an deutlich gemacht, dass sie nicht von ihren Plänen, 5 Hektar Wald im Osterholz zu roden, abrücken werde. „Alternativlösungen wurden immer wieder abgelehnt, und zwar mit einer Geschwindigkeit, dass klar wurde, dass die Firma diverse Alternativlösungen nicht ernsthaft geprüft haben kann“, so die Initiative. Sprecher René Schuijlenburg: „Die Gespräche sind gescheitert, weil Oetelshofen von Anfang an klargemacht hat, dass sie an ihren Rodungsplänen festhalten werden. In der Öffentlichkeit wurden dann immer wieder Nebelkerzen gezündet, wie zum Beispiel die Bekanntgabe der temporäre Rodungsverzicht. Dies tat die Firma in einer Zeit, wo noch gar keine Genehmigung vorgelegen hat. Die Firma spannte sogar den Wuppertaler Oberbürgemeister Uwe Schneidewind vor ihren Karren mit diesem PR-Coup."

Marjolein Schlüter: „Meine Fachaufsichtsbeschwerde wegen der artenschutzrechtlichen Prüfung, die ich am 23. April beim Ministerium eingereicht habe, ist noch nicht bearbeitet worden. Der Artenschutz wird hier von der Unteren Naturschutzbehörde Wuppertal mit Füßen getreten. Die Halde ist seit 2005 im Regionalplan als BSN (Bereich für den Schutz der Natur) dargestellt. Die Stadt Wuppertal hat bis heute ihren Flächennutzungsplan nicht geändert. Was sich hier abspielt, ist ein Skandal.“

Die Bürgerinitiative „Osterholz Bleibt!“ wird nach eigenen Angaben weiterhin für den Erhalt des Osterholz Waldes kämpfen, „sowohl auf juristische Wege, als auch durch Proteste auf der Straße“. Am 6. Juni findet auf der Lichtung an der Aufforstung zwischen Wanderparkplatz Hermgesberg und der Osterholzer Straße eine Kundgebung statt, am 12. Juni in Wuppertal eine Demonstration. Sie startet um 14 Uhr am Döppersberg vor dem Hauptbahnhof. Am 17. Juni folgt eine Fahrrad-Demonstration, die um 14 Uhr auf dem Wanderparkplatz Hermgesberg startet und wird zum Tagungsort der Wuppertaler Ratssitzung führt.

  • Protestbanner im Wald.
    Sonntag um 14 Uhr : Kundgebung im Osterholz-Wald
  • Drei Schneemänner vor dem Waldgebiet Osterholz.
    Waldgebiet Osterholz : Bürgerinitiative: OB soll sich „deutlich positionieren“
  • Eines der Plakate im Osterholz-Wald.
    Vohwinkel : Osterholz: Bürgerinitiative kritisiert „PR-Vorstoß“

Schuijlenburg: „Wir fordern von dem Wuppertaler Rat, dass er sich eindeutig gegen die Rodungen positioniert und sich aktiv für Alternativlösungen einsetzt. Oberbürgermeister Uwe Scheidewind hat hier die Chance, die viele Versprechungen aus seinem Wahlkampf Taten folgen zu lassen. Bis jetzt sprach er zwar mit der Firma Oetelshofen, jedoch nicht mit uns. Es wird Zeit, dass die Hinterzimmergespräche aufhören und stattdessen ein öffentlicher Runder Tisch stattfindet, wo ernsthaft über Alternativlösungen gesprochen wird. In einer Zeit, wo sich die Klimakrise immer weiter zuspitzt, kann es nicht sein, dass Waldstücke aus Profitgründen gerodet werden. Im Osterholz-Wald können wir alle hier und jetzt etwas für das Klima tun. Wir fordern, dass ein öffentlicher runder Tisch stattfindet, wo über Alternativlösungen gesprochen wird, damit der Wald endgültig gerettet wird."