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Dönberg: Ikonen-Diebstahl macht die Gemeinde traurig

Dönberg : Ikonen-Diebstahl macht die Gemeinde traurig

Fast 150 Jahre hing die Ikone "Unserer Lieben Frau von der immerwährenden Hilfe" in der Kapelle im Kirchenvorraum von St. Maria-Hilf auf Dönberg. Jetzt wurde sie entwendet — die Gemeinde hofft auf einen reuigen Sünder.

Das Motiv der Gottesmutter mit dem Jesuskind auf dem linken Arm ist eine weltbekannte Mariendarstellung. "Wurde diese Darstellung überwiegend auf Holz gemalt, so handelt es sich bei der entwendeten Version um eine seltenere auf Leinwand. Sie war bereits zur Einweihung der Kapelle im Jahr 1870 vorhanden", erklärt Pfarrer Michael Grütering. Und berichtet weiter davon, dass der Diebstahl im Laufe der 500-Jahr-Feier vor kurzem passiert sein muss.

"Am Samstag, 26. September, haben wir den Verlust bemerkt, der für eine Seniorin aus der Gemeinde besonders hart ist. Die heute 91-Jährige hatte 1964 ihrem Mann hier in der Kirche das Ja-Wort gegeben und aus Dankbarkeit für eine wundervolle Ehe 2014 fast 2.000 Euro für die Restauration des Bildes gespendet", so Grütering.

Eine Investition, die weit über dem tatsächlichen Wert, den der Pfarrer im Falle eines Verkaufs auf 300 bis 400 Euro schätzt, liegt. "Der ideelle Schaden schmerzt mehr. Seit fast 150 Jahren zünden Gläubige eine Kerze vor der Ikone an, suchen so die Verbindung zu Gott, bitten um Hilfe und Beistand, schöpfen daraus Kraft und Hoffnung für den Alltag. Dieses liebgewordene Ritual vermissen jetzt viele unserer Schäfchen," ergänzt Karin Böttger vom Dönberger Pfarrbüro.

Hofft die Gemeinde nach wie vor auf einen reuigen Sünder, der das Heiligenbild wieder zur Kirche oder zu einem Pfarrer bringt, wendet sie sich auf diesem Wege jetzt auch an die Öffentlichkeit mit der Bitte um Hinweise zum Verbleib des Bildes. Wer weiterhelfen kann, sollte sich unter Telefon 281 83 44 mit Michael Grütering oder unter 277 50 88 mit dem Pfarrbüro in Verbindung setzen.