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Weg frei für Graffiti am Steinbecker Tor in Wuppertal

Südstadt : Steinbecker Tor: Weg frei für Graffiti

Seit geraumer Zeit engegiert sich eine kleine Ehrenamtler-Gruppe dafür, aus dem tristen Beton-Konstrukt „Steinbecker Tor“ in der Elberfelder Südstadt einen Hingucker zu machen (die Rundschau berichtete). Jetzt gibt es eine konkrete Umsetzungs-Perspektive für die Gestaltungsidee, die der Wuppertaler Graffiti-Künstler Martin Heuwold entwickelt hat und die mit Hilfe von Spenden finanziert werden soll.

Auf dem Weg dahin hat die Initiative, zu der unter anderem der Grünen-Stadtverordnete Klaus Lüdemann und Südstadt-Aktivist Ralf Geisendörfer gehören, eine Menge Steine aus dem Weg geräumt. Der vielleicht wichtigste: Die unterschiedlichen Eigentümer der entsprechenden Immobilien sind laut Initiative mit der Verschönerungsaktion einverstanden und finden den Heuwold-Entwurf gut. Eine zwischenzeitlich alternativ ins Gespräch gebrachte Begrünungs-Aktion sei dagegen schon baurechtlich zu kompliziert.

Außerdem haben die Initiatoren des Projekts das „Problem“ der Ausstellung von Spendenquittungen gelöst, die Details zum offiziellen Start der Spendeneinwerbung sollen in Kürze publiziert werden. Die Fäden dafür laufen bei Klaus Lüdemann zusammen, der bereits erste Spendenzusagen zu verzeichnen hat. So ist die Wuppertaler Wirtschaftsförderung mit 1.000 Euro dabei. „Ein Start-Invest“, erklärt Geschäftsführer Rolf Volmerig, dem die Beton-Konstruktion an der markanten Ecke Südstraße und Steinbeck wie vielen anderen Wuppertalern ein Dorn im Auge ist. „Das ist ja nicht so geworden, wie es damals gedacht war“, erinnert er sich an die Entstehungsgeschichte des Gebildes, das eigentlich die hier nach dem Abriss der Margarinefabrik Isserstedt entstandene Lücke optisch überbrücken sollte. In der Praxis wurde es stattdessen zu einer Art Super-GAU für das Auge.

„Grau ist ja im öffentlichen Raum keine ungewöhnliche Farbe, aber dort ist rund herum gar nichts grau. Deshalb wirkt es so fremd“, so Martin Heuwold im Juli zur Rundschau. Sein Konzept gegen das „Grauen“ sieht vor, die angrenzenden Häuser über die farbliche Gestaltung des mächtigen Querträgers und der Stützpfeiler optisch wieder miteinander zu verbinden. Auch in der dschungelartigen Gestaltung der beiden Hausfassaden spiegeln sich die Farben aus der Umgebung wieder, außerdem soll sie ein Stück virtuelle Natur ins Häusermeer bringen.

Für die Umsetzung rechnen die Initiatoren mit Kosten in Höhe von rund 30.000 bis 35.000 Euro, dabei wird aktuell auch noch über eine Beleuchtung nachgedacht, mit der die Fassadenkunst nachts in Szene gesetzt werden könnte. Wer das Projekt unterstützen möchte, bekommt weitere Informationen bei Klaus Lüdemann – per Mail an info@klausvomoelberg.de

„Wir werden natürlich erst anfangen, wenn die Finanzierung gesichert ist, sonst werden die Spenden zurückgezahlt“, betont Ralf Geisendörfer. „Wir hoffen, dass wir das Projekt noch dieses Jahr realisieren können“, ist Lüdemann mit Blick auf viel Rückenwind für die im Sommer präsentierte Idee optimistisch. Bei einer (nicht repräsentativen) Umfrage auf www.wuppertaler-rundschau.de sprachen sich damals rund 75 Prozent der Teilnehmer für das Projekt aus.