Ronsdorf: „Eine geile Ausbildung“

Ronsdorf : „Eine geile Ausbildung“

Die Wuppertaler Ortsgruppe des Technischen Hilfswerkes (THW) ist jetzt 65 Jahre alt.

Für Peter Lindermann (60), seit zehn Jahren Leiter des THW-Ortsverbandes Wuppertal, war 1988 der verheerende Flugzeugabsturz auf ein Remscheider Wohnhaus mit vier Toten das einschneidendste Erlebnis. Weil niemand wusste, welche Fracht der amerikanische Kampfjet geladen hatte und wie man den Verletzten helfen sollte. Lindermann: "Die Amis kümmerten sich nur um die Blackbox. Ich wusste nur: Du hast eine geile Ausbildung. Du schaffst das!"

Der THW-Ortsbeauftragte verdient seinen Lebensunterhalt seit 44 Jahren als Maschinen-Baumeister und entschied sich 1973 für das THW als ehrenamtliche Wirkungsstätte. Noch heute ist er überzeugt: "Wir sind eine eingeschworene Gemeinschaft und hoch spezialisiert!"

Marc Uwe Hasenbein (39) ist heute Gruppenführer in der Fachgruppe Infrastruktur und hat 2012 anstrengende, belastende Verhältnisse beim Elbe-Hochwasser erlebt und spürte in seinem ersten Einsatz als Zugführer tagelange Verantwortung: "Wir trainieren alle möglichen Ereignisse, doch auf ein echtes Schreckensszenario müssen wir cool und überlegt reagieren."

Das Technische Hilfswerk wurde 1950 von Otto Lummitzsch im Auftrag von Bundesinnenminister Gustav Heinemann gegründet. 1953 gab es den ersten Auslandseinsatz bei einer schweren Sturmflut in den Niederlanden. Das Wuppertaler THW, der sechstgrößte der 668 deutschen Ortsverbände, ist 1952 gegründet worden — also jetzt 65 Jahre alt. Nach Standorten am Landwehrplatz am Steinweg, in der Briller und Hatzfelder Straße wurde das THW 1984 in der Otto-Hahn-Straße 22 heimisch, weil die Stadt Wuppertal ein Katastrophenschutzzentrum errichten wollte.

Rund 140 Männer und Frauen (zwölf Prozent), außerdem 22 Jugendliche und 15 Studenten, trainieren Ernstfälle. Turm, Trümmerstrecke, eine Gleisanlage mit Kesselwagen und ein umgestürzter Gelenkbus dienen zu Übungszwecken. Der Fuhrpark besteht aus 22 Fahrzeugen, die für Sprengungen, Rettungen, Bergungen und technische Herausforderungen einsatzbereit gehalten werden müssen.

Zweimal im Monat wird geübt und Gerät gepflegt. Montags steht die Ausbildung der Hunde auf dem Programm. Mit Erfolg: Die Wuppertaler THW-Hundegruppe gehört zu den besten in Deutschland.

+++++ Fakten +++++

Beim THW gibt es keinen Nachwuchsmangel. Man hat gute Kontakte zu den Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren der Umgebung und allen anderen Hilfsorganisationen. Mit ihrem Fachwissen und schwerem Gerät schließen "die Blauen" Lücken im Katastropheneinsatz. Bei Gefahr im Verzug gehört dazu auch schon mal das Niederreißen von Schrott-Immobilien.

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