Kirche St. Petrus wird entweiht

Zugegeben, die Himmelsleiter wird länger sein. Aber was an der Kirche St. Petrus in Wuppertal-Laaken an Stufen zu erklimmen ist, um die Eingangstür des Kirchengebäudes zu erreichen, genügt offenbar schon seit längerem den katholischen Gläubigen, um den Gottesdiensten fern zu bleiben.

Und das so nachhaltig, dass jetzt der Kirchenvorstand eine anderweitige Nutzung vorschlägt. Bei durchschnittlich 12 bis 14 Kirchgängern ist es nicht mehr möglich, das Gebäude in seiner ursprünglichen Bestimmung zu erhalten. Die zuständigen Stellen des Erzbistums Köln stimmten einer so genannten "Profanierung" zu, was der Beendigung der sakralen Nutzung eines Kirchenraumes entspricht. Damit wird der Kirchenraum entsprechend "entweiht" und steht künftig für andere Nutzungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Der Entschluss fiel den Verantwortlichen nicht leicht. Die letzte Schließung einer katholischen Kirche oder eher Kapelle erfolgte in den 70er Jahren. Doch nachdem auch Angebote der Kirchengemeinde immer nur sporadisch oder gar nicht angenommen wurden, weil die Gläubigen aus den etwa 290 katholischen Haushalten im Umfeld Gottesdienste in Heckinghausen oder Langerfeld besuchen, wird jetzt nach Ideen für eine Umnutzung geforscht. Auch der Kirchturm und das ehemalige Pfarrhaus sind betroffen.

Das Betongebäude aus den 60er Jahren verursacht jährlich Kosten in Höhe von 20.000 Euro, die die Gemeinde verständlicherweise einsparen will und muss. "In Laaken weiß man schon länger Bescheid", sind sich die Verantwortlichen einig.

Man könne sich sogar vorstellen, dass ein Investor den gesamten Komplex kauft, das Wohnhaus nutzt und das Kirchenschiff abreißt. Wohin letztendlich die Reise geht, wird sich vielleicht bald zeigen ...