WSV-Coach: "Gehe nicht von Bord"

Fußball-Regionalliga : WSV-Coach Alipour: "Gehe nicht von Bord"

Es ist schon eine skurrile Situation für Trainer Adrian Alipour: Frohen Mutes war er im September 2018 vom Westfalen-Oberligisten ASC 09 Dortmund zum Fußball-Regionalligisten Wuppertaler SV gewechselt.

Wegen der massiven Finanzprobleme bei den Bergischen ist sein Kader nun erheblich geschwächt — und am Samstag (14 Uhr) steht das (schon länger vereinbarte) Testspiel beim ASC an.

Beschleichen den 40-Jährigen ab und an Gedanken, die falsche Entscheidung getroffen zu haben? "Nein", sagt er gegenüber der Rundschau. "Ich bin jeden Moment dankbar, Trainer beim WSV zu sein. Eins ist sicher: Ich werde nicht von Bord gehen."

Stattdessen will Alipour mithelfen, zwei Ziele zu erreichen - die Rettung des Vereins (zur Crowdfunding-Aktion) und den Verbleib in der Regionalliga. "Ich nehme die Situation an, wie sie ist. Einfach kann jeder. Es ist eine große Herausforderung."

Zumal nach den Abschieden von Christopher Kramer und Kamil Bednarski kein echter Stürmer mehr im Kader steht. Das sei eben nicht zu ändern. "Ich werde mir mit der Mannschaft was basteln. Wir werden vielleicht die Spielweise ein Stück weit umstellen. Bislang war ja alles auf Christopher ausgerichtet. Wir werden aber auf jeden Fall wettbewerbsfähig sein."

Dass vielleicht doch noch ein jungen, preiswerter Neuzugang kommt, damit beschäftigt sich der Chefcoach nicht: "Momentan geht es erst einmal ausschließlich um die Rettung des Vereins, alles andere ist nicht wichtig. Die Fans reißen sich die Beine aus, damit der WSV überlebt. Und gute Stürmer sind ohnehin selten und eben nicht preiswert. Wir müssen gucken, dass wir selber einen heranzüchten. Vielleicht ziehen wir einen aus der A-Jugend hoch. Semir Saric, Kevin Hagemann und Gaetano Manno haben das auf jeden Fall beim Testspiel in Paderborn gut gemacht!"

Wie Alipour ohnehin dem 4:0-Auftaktsieg in Ostwestfalen einen hohen Stellenwert beimisst: "Das Spiel war elementar wichtig. Wenn wir gegen einen Oberligisten verloren hätten, wäre die Kritik direkt groß gewesen. Dem haben wir einen Riegel vorgeschoben. Es war ein souveräner Auftritt."

Doch — was ist das Ziel in der Restrunde? Der Klassenerhalt? "Wir brauchen meiner Meinung nach noch mindestens zwölf Punkte, um es zu schaffen. Aber wir denken von Spiel zu Spiel. Und da kommt als Erstes das sehr wichtige Pokal-Viertelfinale in Homberg. Danach bereiten wir uns auf Straelen vor. Klar ist: Wir treten weiterhin an, um möglichst jedes Spiel zu gewinnen."

Wie am Samstag beim ASC Dortmund. Alipour: "Es ist schön, wieder zu meinem Ex-Club zu kommen. Ich freue mich auf viele nette Leute. Mich haben viele Mails erreicht, die uns die Daumen drücken. Trotzdem versuchen wir auch dort zu siegen."

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