Handball-BL: 34:38 (17:16) gegen Magdeburg BHC liefert dem Meister einen großen Kampf

Wuppertal / Düsseldorf · Der Handball-Bundesligist Bergischer HC hat am Donnerstagabend (6. April 2023) das Heimspiel gegen den SC Magdeburg mit 34:38 (17:16) verloren. Zu der Partie, die in der Düsseldorfer Mitsubishi Electric Halle stattfand, kamen 3.316 Zuschauerinnen und Zuschauer.

 Frederik Ladefoged in Aktion.

Frederik Ladefoged in Aktion.

Foto: Dirk Freund

Noah Beyer und Tim Nothdurft waren wieder an Bord, dafür musste Arnor Gunnarsson mit Problemen im Nackenbereich kurzfristig passen.

Der BHC bot dem Favoriten in der Anfangsphase direkt Paroli und glich immer wieder aus. Dann erzielte Linus Arnesson die erste Führung – 6:5 (8.). Der Schwede traf auch zum 8:6 (10.). Allerdings egalisierte Kay Smits wieder – 8:8 (12.). Matthias Musche brachte die Sachsen-Anhaltiner wieder nach vorn (10:11, 17. Minute), der BHC ließ sich jedocj nicht abschütteln. So markierte Lukas Stutzke das 13:13 (20.). (Bilder:)

BHC unterliegt dem Meister knapp
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Foto: Dirk Freund

Als Peter Johannesson im BHC-Tor eine Parade aufs Parkett legte, nutzte Noah Beyer die Chance und netzte zum 14:13 ein (22.). Der BHC hatte die Möglichkeit, auf zwei Tore vorzulegen, schaffte es aber nicht. Stattdessen gelang Smits das 14:14 (25). Magdeburg nahm die erste Auszeit – und ging mit 15:14 in Führung (26.).

Das störte die Bergischen aber nicht im Geringsten: In Überzahl stellten Arnesson per Siebenmeter und Elias Scholtes nach einem Kempa-Trick auf 16:15 (28.). Scholtes legte das 17:16 nach (29.). Magdeburg verlor erneut den Ball, BHC-Coach Jamal Naji nahm eine Auszeit. Persson scheiterte mit einem Heber. So blieb es bei der Ein-Tore-Führung zur Pause.

Magdeburg erwischte nach der Halbzeit den besseren Start. Michael Damgaard zeichnete für das 18:17 (32.) und das 20:18 (35.) der Gäste verantwortlich. Doch Arnesson und Beyer konterten direkt – 20:20 (36.). Scholtes legte mit einem gewaltigen Wurf gar zum 21:20 nach (37.), woraufhin zwei Treffer von Tim Hornke das 21:22 bedeuteten (38.). Eine weitere Minute später stand es 21:24, in der 42. Minute 22:26, in der 46. Minute 25:29.

Der BHC, bei dem Stutzke nach einem Gesichtstreffer vorsichtshalber in der Kabine geblieben war, kämpfte sich wieder heran. Alexander Weck netzte zum 27:29 ein (47.). Magdeburg baute den Vorsprung allerdings erneut auf 32:28 aus (49.). Weck gab den Fans mit dem 30:33 Hoffnung (51.). Doch es folgte eine Serie von technischen Fehlern auf beiden Seiten, ehe Smits mit dem 30:34 die Vorentscheidung gelang (55.). Naji nahm eine weitere Auszeit. Der SCM brachte die Führung ins Ziel.

Benett Wiegert (Trainer SC Magdeburg): „Es war das erwartet intensive Spiel. Glückwunsch an den BHC für diese engagierte Leistung, für das, was sie uns abgefordert haben und für das, was sie uns über ihre taktischen Möglichkeiten an Aufgaben gegeben haben. Wir hatten über die ganzen 60 Minuten irgendwas, das wir bearbeiten mussten. Es kam nie Ruhe rein. Bis zum Schluss hatte ich nicht das Gefühl, dass das Spiel durch ist, sondern vielmehr, dass es auch fünf Minuten vor dem Ende noch darum ging, vielleicht noch einen Punkt zu verlieren. Und das war nicht, weil wir katastrophal aufgetreten sind. Gerade mit der Einstellung und dem Auftreten ab der ersten Minute von meiner Mannschaft bin ich sehr, sehr einverstanden. Aber man muss dann auch akzeptieren, dass der BHC das besonders in der ersten Halbzeit überragend macht - sowohl in der Abwehr als auch im Angriff. Ich habe in der Pause auf die Statistik geguckt und war überrascht, wie hoch die Effektivität im Abschluss vom BHC war. 17:16 zur Halbzeit war dann schon Highspeed-Handball beider Mannschaften. Wir haben gehofft, dass wir dann gut aus der Pause kommen, weil wir mit Ballbesitz und in Überzahl gestartet sind. Dies hat uns dann auch geholfen, relativ schnell das Ergebnis auszugleichen und mit ein, zwei Toren zu führen. Das hat uns Sicherheit gegeben. Es ist sicher einfacher, auswärts mit einer Führung zu spielen als gegen einen Rückstand. So sind wir stärker in unser Spiel gekommen und haben uns mehr daran gewöhnt, wie die offensive Abwehr funktioniert und welche Lösungen wir dagegen finden können. Am Ende bin ich einfach nur erleichtert, hier heute bestanden zu haben und mit zwei Punkten im Gepäck zurück nach Magdeburg zu fahren.“

Jamal Naji (Trainer Bergischer HC): „Wir haben hier gegen die wahrscheinlich zweikampfstärkste Mannschaft der Welt verloren. Wenn diese ersten sechs, sieben Minuten in der zweiten Halbzeit ein bisschen mehr für uns laufen und Magdeburg nicht mit zwei Toren weggeht, dann kann es noch mal ein anderes Spiel werden. Uns hat nachher einfach individuelle Zweikampf-Qualität gefehlt. Wir haben Kristjansson in den meisten Fällen vom Tor weggehalten. Natürlich war uns klar, dass wir damit andere Räume öffnen, und das hat Smits dann in überragender Manier gelöst. Auch Damgaard hat viele Duelle gewonnen. Und so kommt dann die Niederlage zustande. Nichtsdestotrotz bin ich sehr zufrieden mit unserem Auftreten. Ich glaube, wir waren heute dran und hatten die Möglichkeit, etwas zu holen. Ich bin mir aber auch ziemlich sicher, dass wir in dieser Saison noch eine der der großen Mannschaften schlagen werden, wenn wir diese Leistung konservieren können. Ein Sonderlob muss man heute sicherlich Elias Scholtes aussprechen. Er hat wirklich Spaß gemacht und mit einem Selbstbewusstsein aufgespielt, das gerechtfertigt hat, dass er heute das erste Mal starten durfte. Er trainiert schon seit Wochen sehr, sehr gut und es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis er so zündet. Dass das dann so im positiven Sinne eskaliert wie heute, das hätte ich nicht gedacht, aber Glückwunsch an ihn. Das hat viel Freude bereitet.“

Jörg Föste (BHC-Geschäftsführer): „Wir hatten in der ersten Halbzeit eine Quote, die wir in dieser Saison vermutlich noch nicht hatten. Wir hatten konsequente Abschlüsse. Wenn wir das in der zweiten Halbzeit beibehalten hätten können, wären wir hier als Sieger vom Feld gegangen. Die Kraft reichte einfach nicht. Spielentscheidend war der Ausfall von Lukas Stutzke. Wir konnten weder in der Deckung noch im Angriff die Qualität der ersten Halbzeit an den Tag legen. Sinnbildlich waren die verworfenen Bälle vom Kreis, weil die Kraft nicht mehr reichte, um vorne wie hinten zu ackern. Hätten wir Lukas nicht verloren, hätte Magdeburg es sehr schwer gehabt, hier zu gewinnen. Insgesamt war es eine großartige Leistung unserer Mannschaft.“

Der BHC trägt auch die nächsten drei Heimspiele in Düsseldorf aus – am Ostermontag (9. April) gegen den HSV Hamburg (16:05 Uhr), am 4. Mai gegen den SC DHfK Leipzig (19:05 Uhr) und am 14. Mai gegen die Füchse Berlin (16:05 Uhr). Am 22. April geht es zum TBV Lemgo Lippe (18:30 Uhr), am 7. Mai nach Magdeburg (16:05 Uhr).

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