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XR Wuppertal: „Geht auf Kosten zukünftiger Generationen“

Umwelt-Aktion : XR: „Geht auf Kosten zukünftiger Generationen“

Die Wuppertaler Gruppe von „Extinction Rebellion“ (XR) hat vor dem Rathaus in Barmen unter dem Motto „#Movethedate! – Verschiebe das Datum!“ auf den Raubbau der Menschen an der Natur und die übermäßige Nutzung regenerierbarer Ressourcen aufmerksam gemacht.

In einer Szene wurde eine offensichtlich bereits überfressene Person umringt von Kellnerinnen und Kellnern. Sie verlangte nach Rohstoffen, die in den dargebotenen Gefäßen längst nicht mehr vorhanden waren. „Kohle, Humus, Holz, Erdöl … den jährlich zur Verfügung stehenden Teil all dieser erneuerbaren Rohstoffe haben wir mit dem 22. August 2020, dem ,Earth Overshoot Day‘, bereits vollkommen erschöpft. Alles, was wir ab heute verbrauchen, geht auf Kosten zukünftiger Generationen. Und das, obwohl noch 131 Tage vor uns liegen“, so XR in einer Stellungnahme.

Vertreterinnen und Vertreter der Gruppe verlasen außerdem einen Info-Text, der die Bedeutung des Tages erläuterte. Sie schlugen Lösungen vor, wie der Tag künftig nach hinten verschoben werden könnte. Würde man den CO2-Ausstoß um die Hälfte reduzieren, verschöbe sich das Datum beispielsweise um 93 Tage nach hinten, hieß es. Und weiter: „Bereits heute existieren erprobte Lösungen in ausreichendem Maße, um bis weit vor 2050 CO2-neutral zu werden.“

  • Er soll detailgenaue Aufschlüsse geben.
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  • Das Original (unten) und die Version
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  • Das Wuppertaler Rathaus.
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Die Aktivistinnen und Aktivisten sehen die Politik in der Pflicht, die entsprechenden Rahmenbedingungen für eine sozial-ökologische Wende zu setzen. Sie fordern die Einsetzung eines Bürgerinnen- und Bürgerrates, der einen Maßnahmenkatalog für ein klimagerechtes Wuppertal erarbeiten soll. „Die letzten 30 Jahre haben gezeigt, dass die Politik nicht in der Lage ist, unabhängige Entscheidungen, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und Expertinnen- und Expertenwissen zum Thema Klimawandel beruhen zu treffen. Sie lässt sich von wirtschaftlichen Interessen und der Idee eines unendlichen Wachstums leiten, das nur zerstörerisch sein kann. Es wird Zeit, klimaschutzrechtliche Maßnahmen von diesen wirtschaftlichen Interessen zu entkoppeln. Bürgerinnen- und Bürgerräte sind ein geeignetes Mittel dafür.“

Die Gruppe arbeitet nach eigenen Angaben derzeit mit der Bergischen Universität Wuppertal an der Planung und Durchführung eines solchen Rates. Er soll im Frühling 2021 stattfinden.

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