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Einschulung unter Corona-Bedingungen : „Die Schule ist cool, die Maske blöd“

Einschulung unter Corona-Bedingungen : „Die Schule ist cool, die Maske blöd“

Jetzt – unter Corona-Bedingungen – läuft der Schulstart ganz anders als sonst. Die Rundschau traf den sechsjährigen Jerome Woith, der in die erste Klasse der Grundschule Haselrain gekommen ist. Mit dabei auch seine Mutter Francesca Woith.

Eine große Feier auf dem Schulhof durfte es nicht geben – nur zwei Erwachsene konnten mitkommen, und im Schulhaus hieß es für die Eltern „Wir müssen leider draußen bleiben“. So konnte Jerome Woith seiner Mutter erst später erzählen, wie spannend das Haselrain-Team diesen ersten Schultag, wie es ihn unter solchen Bedingungen noch nie gab, gestaltet hat.

Außerdem ist die NRW-Vorschrift, auch in der Grundschule eine Mund-Nasen-Maske tragen zu müssen, ein sehr deutlicher Einschnitt in das bisher seit Jahrzehnten übliche Leben für die Erst- bis Viertklässler des Landes. Maskenpflicht gilt überall – außer am Tisch in der Klasse. Zu Beginn hat Jerome das Stück Stoff, über das unter Erwachsenen so viel diskutiert wird, nicht besonders gestört. Mittlerweile aber sagt er ganz offen: „Die Maske ist blöd.“ Kein Wunder: Auf dem Weg zur Toilette, auf dem Schulhof beim Toben, außerdem ist Sommer – da kommt man ins Schwitzen.

Wenn man sich die Maske wegdenkt, fällt Jeromes Urteil über den neuen Lebensabschnitt, der jetzt auch für einige seiner Freunde und Nachbarskinder begann, aber sehr positiv aus: „Die Schule ist cool.“ Jerome Woith durfte vor kurzem zum ersten Mal an die Tafel kommen, er hat großen Spaß am Rechnen – und auch schon zwei dazu gut passende spätere Berufswünsche: „Ich möchte Astronaut werden, und wenn das nicht klappt, dann Forscher.“ Die neuen Lehrerinnen am Haselrain und seine Klassenlehrerin mochte Jerome gleich gut leiden: „Frau Krahe ist sehr nett“, sagt er – und lobt zusätzlich den Sachkundeunterricht, „wo es immer viele Antworten auf alle meine Fragen gibt“. Außerdem freut er sich auf das Fach Religion.

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Francesca Woith fand es traurig, bei der Einschulung ihres einzigen Kindes gar nicht wirklich dabei sein zu können: „Aber das ist jetzt halt wegen Corona nicht anders möglich, und die Schule hat wirklich das Beste aus dem Tag gemacht. Hier wird außerdem sehr gut darauf geachtet, dass alle Gesundheitsregeln eingehalten werden. Das beruhigt mich als Mutter sehr.“

Ihr Lob gilt auch dem gesamten, sehr engagierten Betreuungsteam des Offenen Ganztages der Schule unter der Leitung von Sabine Jürgens, wo Francesca Woith ihren Sohn schon vor dem eigentlichen Schulstart angemeldet hatte, damit der Junge sich bereits an die neue Umgebung gewöhnen konnte. „Aber wegen der Maskenpflicht hole ich Jerome jetzt auch schon etwas früher als nötig ab, damit er nur möglichst kurz unter dem Stoff schwitzen muss.“

Francesca Woith macht deutlich, dass sie nicht versteht, warum es nur in NRW die Grundschulkinder-Maskenpflicht gibt: „Das ist eine wirkliche Belastung für die Kinder.“

Aber eines ist klar: Wenn auch dieser Schulstart 2020 ein ganz anderer und ungewöhnlicher gewesen ist, so freuen sich doch alle – Jerome und Francesca Woith, alle anderen Kinder und Eltern sowie die Schule – darauf, dass hoffentlich bald das große Einschulungsfest entspannt und fröhlich nachgeholt werden kann.