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Wuppertaler Stadtwerke senken Strom- und Gaspreise zum 1. Juli 2020

Mehrwertsteuersenkung : WSW senken Strom- und Gaspreise zum 1. Juli

Die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) geben die Corona-bedingte Senkung der Mehrwertsteuer von 19 auf 16 Prozent an ihre Kunden weiter. So werden zum 1. Juli 2020 die Strom- und Gaspreise günstiger. Das gab am Montag (15. Juni 2020) der WSW-Vorstandsvorsitzende Markus Hilkenbach bei der Bilanzpressekonferenz bekannt.

Die Wuppertaler Stadtwerke werden die vom Bundeskabinett beschlossene Mehrwertsteuersenkung an ihre Strom-, Gas- und Fernwärmekunden weitergeben und damit die Energiekosten in Wuppertal senken. Zusätzlich starten die WSW ein Förderprogramm zur Heizungsumstellung von Öl- und Gas auf Fernwärme in Höhe von einer Millionen Euro. Das gab das Unternehmen am Montag bei seiner Bilanzpressekonferenz bekannt. Die Mehrwertsteuersenkung ist auf ein halbes Jahr befristet.

Günstiger wird es auch im Bereich des Personennahverkehrs. Hier fällt der Steuersatz für Fahrkarten von von sieben auf fünf Prozent. Allerdings kann das nicht für alle Tickets berücksichtigt werden. Ulrich Jaeger, Geschäftsführer WSW mobil, erklärte auf der Pressekonferenz warum: „Beim direkten Verkauf im Bus durch den Fahrer und bei den Automatentickets wird das leider nicht möglich sein. Durch die Änderungen im niedrigen Centbereich für zum Beispiel Einzeltickets oder Vierer-Tickets ist die Umrüstung der Automaten und der Verkauf im Bus nicht realisierbar. Dort kommt kein Kupfergeld zum Einsatz.“ Bei Monatskarten, Abos und Handytickets soll es aber die entsprechende Ermäßigung geben.

Zudem berichtete das Vorstandsmanagement, dass das Unternehmen das Geschäftsjahr 2019 operativ mit schwarzen Zahlen abgeschlossen hat. Dem in erster Linie durch den siebenmonatigen Schwebebahnausfall verursachten erhöhten Aufwand im ÖPNV steht ein deutlich über der Planung liegendes Ergebnis im Bereich der Energie- und Wasserversorgung entgegen. Dies nutzen die WSW, um sich gegen Risiken im Bereich Stromerzeugung abzusichern. Die Entwicklungen am Stromerzeugungsmarkt machen es notwendig, die Rückstellungen für das Kraftwerk Wilhelmshaven deutlich von ca. 32 Millionen Euro auf rund 55 Millionen Euro zu erhöhen. An dem Gemeinschaftskraftwerk an der Nordsee sind die WSW mit 15 Prozent beteiligt.

Aus den erhöhten Rückstellungen zur Risikovorsorge resultiert das negative Konzernjahresergebnis in Höhe von 22,5 Millionen Euro. Der Gesamtumsatz 2019 der Unternehmensgruppe betrug 910 Millionen Euro. Die Bilanzsumme lag bei 1,2 Milliarden Euro, die Eigenkapitalquote beträgt 28,5 Prozent. Die Betriebspause der Schwebebahn mit Wiederaufnahme des Fahrgastverkehrs im August 2019 wirkte sich auf die Fahrgastzahlen deutlich geringer aus, als erwartet. Insgesamt fuhren im letzten Jahr 86,3 Millionen Fahrgäste mit Bus und Schwebebahn (Vorjahr 87,8 Millionen).

Dafür wirkt sich die Corona-Krise jetzt schon deutlich auf die Fahrgastzahlen aus. Jaeger: „Im Vergleich zum Normalbetrieb sind die Busse und die Schwebebahn derzeit nur zu 50 Prozent ausgelastet. Es werden langsam aber wieder mehr Fahrgäste. Wir rechnen mit einem Corona-bedingten finanziellem Verlust von etwa sechs bis sieben Millionen Euro.“

Klimaschutz im Fokus

Die WSW haben 2019 mehrere Projekte für Klimaschutz und Energieeffizienz in Wuppertal angestoßen und umgesetzt. Die umweltfreundliche Talwärme-Versorgung aus dem Müllheizkraftwerk der AWG konnte nach der Fertigstellung der neuen Fernwärmeleitung nach Elberfeld mit dem Ausbau des Talnetzes weiter vorangetrieben werden. Um Kunden den Umstieg zu erleichtern, haben die WSW ein Förderprogramm aufgelegt.

Ebenfalls gemeinsam mit der AWG haben die WSW im letzten Jahr mit der Umsetzung des Wasserstoff-Projekts „H2-W“ begonnen. Der erste Wasserstoffbus wurde Ende 2019 geliefert. Die Flotte soll auf 20 Fahrzeuge anwachsen. Die Wasserstoffproduktion in Wuppertal und der Linienverkehrs der Wasserstoff-Busse soll ab dem 20. Juni aufgenommen.