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Wuppertaler DGB fordert „Mietenstopp jetzt“

Wohnungsmarkt : Wuppertaler DGB fordert „Mietenstopp jetzt“

Mehr als die Hälfte aller Mieterhaushalte (52,94 Prozent) müssen in Wuppertal nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) mehr als 30 Prozent ihres Einkommens für die Miete zahlen. Dies gehe aus einer Studie im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung hervor. Diese Haushalte gelten nach Ansicht der Autoren der Studie damit als überlastet.

„Viele Beschäftigte mit niedrigen und mittleren Einkommen müssen inzwischen auch in Wuppertal einen großen Teil ihres erarbeiteten Einkommens direkt an die Vermieter weiterreichen. Selbst bei guten Tarifabschlüssen fressen die Mieten die Einkommen zunehmend auf. Deswegen fordern wir von der nächsten Bundesregierung einen sechsjährigen Mietenstopp, damit Einkommenssteigerungen sich auch im Geldbeutel der Beschäftigten niederschlagen“, so der Wuppertaler DGB-Vorsitzende Guido Grüning.

Der Mietenstopp muss laut Ansicht der Gewerkschaften auch genutzt werden, um beim Bau bezahlbarer Wohnungen „den Turbo einzuschalten“. Seit 2005 habe sich die Zahl der Sozialwohnungen halbiert. Diese Lücke zu füllen werde Jahre dauern, so der DGB. Alle politischen Ebenen – Bund, Länder und auch die Stadt selber – seien in der Pflicht, sämtliche Möglichkeiten auszuschöpfen. Bund und Länder müssten ausreichend Fördermittel für den Bau von Sozialwohnungen zur Verfügung stellen. Auf kommunaler Ebene benötige man eine bessere personelle Ausstattung der Bau- und Planungsämter und einen strategischen Ankauf von Flächen. „Außerdem sollten wir die planungsrechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen und Investoren beim Wohnungsbau stärker auf das Gemeinwohl verpflichten“, so Grüning. „Das gilt auch für Immobilienbesitzende, die ihre Gebäude seit Jahren leer stehen und verfallen lassen.“

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Das Team um den Berliner Stadtsoziologen Andrej Holm hat in seiner Studie die Daten des Mikrozensus von 2018 ausgewertet und die Wohnsituation in den 77 Großstädten Deutschlands analysiert. Die Mietbelastungsquote errechnet sich aus dem Anteil des Haushaltsnettoeinkommens, das für die Miete einschließlich der Betriebs- und Heizkosten aufgewendet werden muss. Durchschnittlich wenden Haushalte in Wuppertal demnach 31,22 Prozent ihres Einkommens für Miete auf, 28,3 Prozent sogar mehr als 40 Prozent. Mehr als jeder zehnte Haushalt in Wuppertal zahlt mehr als die Hälfte des Einkommens an Miete.