Blombacher Bach (L420) Wuppertaler Brücken-Ersatzbau in „Expressbauweise“

Wuppertal · Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Oliver Krischer hat sich am Mittwoch (6. März 2024) bei einem Vor-Ort-Termin über den Baufortschritt an der Wupperbrücke Blombacher Bach der L420 informiert. Sie wird seit Oktober 2023 in einem speziellen Systembauverfahren errichtet.

NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer.

NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer.

Foto: Land NRW / Ralph Sondermann

Der etwa sechs Millionen Euro teure Ersatzneubau ist ein Pilotprojekt für die funktionale Ausschreibung und soll künftig auch als Musterausschreibung für weitere Projekte dienen und eine schnellere Realisierung ermöglichen. „Bei einer funktionalen Ausschreibung wird kein detaillierter Leistungskatalog vorgegeben, sondern die Leistung nach dem zu erreichenden Ziel definiert. Die Bieter erhalten dabei die Rahmenbedingungen, die bei der Angebotsabgabe zu beachten sind. Planung und Entwurf von Rück- sowie Ersatzneubau wird vom Auftragnehmer übernommen. Dies spart dem Auftraggeber Personal und Zeit“, so das Land.

Hinzu komme: „Die Brücke wird in modularer Expressbauweise erstellt. Der Großteil der neuen Brücke besteht aus Betonfertigteilen mit Ortbetonergänzung. Dies verkürzt auch die Bauzeit. Die beträgt im Fall der Wupperbrücke Blombacher Bach nur gut sechs Monate. Mitte April soll die Brücke fertig sein. In konventioneller Bauweise hätte der Bau dieser Brücke etwa ein bis anderthalb Jahre gedauert.

Die Wupperbrücke ist eine von insgesamt 51 Brückenbaumaßnahmen, die sich in Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr mit einem Gesamtvolumen von 160 Millionen Euro in der Umsetzung befinden werden, darunter 35, die in diesem Jahr neu begonnen werden. Insgesamt sollen in den nächsten zehn Jahren rund 400 Brücken in der Zuständigkeit des Landes ersetzt werden.

Die Brücke verläuft parallel zur Wuppertalbrücke der A1. Die L420 ist für dort ansässige Gewerbebetriebe eine wichtige Route und verbindet die L58 (Lenneper Straße) mit der L527 / Beyenburger Straße. Die 1965 gebaute Brücke wies gravierende Mängel in mehreren Stahlbetonbauteilen auf, die ihre Tragfähigkeit beeinträchtigten.

Der Großteil der neuen Brücke besteht aus Betonfertigteilen mit Ortbetonergänzung. Der Überbau besteht aus acht Spannbeton-Fertigteilbindern (Längsträger). Die Montage der einzelnen, jeweils rund 80 Tonnen schweren Längsträger erfolgte im sogenannten Tandemhub mit zwei Mobilkranen. Da die Fertigteilbinder auf den östlichen Straßenbereich der Brücke geliefert wurden, wurden sie zunächst auf der östlichen Seite von einem Mobilkran alleine hochgehoben und in Richtung Brückenmitte positioniert.

Da für den restlichen Weg der Mobilkran die Last des Binders nicht allein tragen kann, hat sich ein weiterer Mobilkran zusätzlich auf der westlichen Seite an die mittig eingehängte Traverse eingehakt. Schließlich wurde mit beiden Mobilkranen der Fertigteilbinder auf die Widerlager aufgesetzt. Durch diese Art der Montage wurde außerdem eine Beeinträchtigung der Wupper verhindert.