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Wuppertal: VillaMedia wird zum Kita-Campus

„VillaMedia“ : Kita-Campus statt Event-Location

Die „VillaMedia“ wird zur neuen Heimat von „Kita-Concept“. Das Wuppertaler Unternehmen zieht nicht nur mit seiner Zentrale auf das Gelände und baut die ehemalige Eventlocation zur Kindertagesstätte um, sondern hat auch den gesamten Komplex von Inhaber Jörg Heynkes gekauft.

„kita-cocept“ wurde 2006 als Start-Up aus der Bergischen Universität heraus gegründet und ist seitdem stetig gewachsen. Das Unternehmen begleitet Firmen bei der Planung von betrieblichen Kinderbetreuungseinrichtungen und ist seit 2008 auch selbst bundesweit als Träger von Kitas aktiv. Inzwischen betreibt „kita-concept“ 30 Einrichtungen mit rund 300 Betreuungskräften, darunter beispielsweise in Wuppertal die Kitas von Barmenia, E/D/E und dem Helios-Klinikum.

Die 50 Verwaltungsmitarbeiter des Unternehmens sitzen derzeit noch an der Hofaue. „Aber da platzen wir aus allen Nähten“, erklärt David Brabender, einer der vier Geschäftsführer, die schon länger verfolgten Umzugspläne. Die lassen sich jetzt auf dem Areal am Arrenberg in idealer Form realisieren, weil hier ein kompletter „Kita-Concept-Campus“ entstehen kann. Dessen Herzstück ist die neue Kita mit 50 Plätzen, für die die großen Räume im Erdgeschoss und im Untergeschoss der legendären „börse“ bedarfsgerecht umgebaut werden. Der einst als Biergarten genutzte Außenbereich als Spielfläche und die Gastro-Küche, in der künftig auch für die weiteren „Kita-Concept“-Standorte in der Stadt gekocht werden soll, runden das perfekte Setting aus Sicht der Käufer ab.

Weiterer Baustein ist neben bestehenden Büros für die Verwaltung der Tagungsbereich der „VillaMedia“. Er soll als Akademie genutzt werden. „Weiterbildung spielt bei uns eine ganz große Rolle“ erklärt Brabender den Bedarf, „die können wir hier auf ein ganz neues Level heben.“ Der Firmenumzug ist für den Sommer 2021 geplant. Wenn die Baugenehmigungen zügig kommen, hofft man im Laufe des Jahres auch die Kita an den Start bringen zu können, deren Plätze in Abstimmung mit der Stadt vergeben werden.

Die rund 20 weiteren in der „VillaMedia“ ansässigen Firmen werden als Mieter übernommen. Heute (20. November 2020) stellte „VillaMedia“-Gründer Jörg Heynkes ihnen seine Nachfolger vor. Der Unternehmer und IHK-Vizepräsident hatte vor 22 Jahren zunächst die „börse“ auf dem ehemaligen Schlachthofgelände von der Stadt übernommen und dann sukzessive den gesamten Komplex erworben und zum Zentrum für Kreativ- und Technologieunternehmen entwickelt. Er selbst betrieb die Eventlocation auf dem Gelände, die besonders als Ort für Hochzeitsfeiern und große Partys beleibt war. Zuletzt hatte hier noch Bundeskanzlerin Angela Merkel ihren „Bürgerdialog“ abgehalten.

Kita statt Party: Die Tage der ehemaligen „börse“ als Feierlocation sind endgültig gezählt. Foto: Wuppertaler Rundschau

Das Veranstaltungsgeschäft kam aber durch Corona komplett zum Erliegen, deshalb zog Heynkes im Juni die Notbremse und schloss den Betrieb. „Ich hätte sonst im Dezember Insolvenz anmelden müssen, so konnte ich auf die Nahchfolgenutzung noch Einfluss nehmen“, sagt Heynkes heute und ist mit der gefundenen Lösung sichtlich zufrieden: „Es gab viele Interessenten und Konzepte, ich wollte auf jeden Fall etwas Nachhaltiges und gesellschaftliches Relevantes. Am Schluss konnte ich mich sogar zwischen zwei guten entscheiden.“

Heynkes, der ursprünglich eigentlich nur vermieten wollte, bleibt dem Haus verbunden. Und das nicht nur, weil seine Robotics-Firma selbst in der „VillaMedia“ untergebracht ist. Er sieht auch noch andere Berührungspunkte mit den Kita-Machern. „Unsere Roboter werden ja schon für die Arbeit mit Senioren eingesetzt, vielleicht probiert man das auch mal mit Kindern.“ Außerdem will der von Heynkes mit getragene Verein „Aufbruch am Arrenberg“ in Kürze auf dem Gelände einen Container für ökologisches „Urban Farming“ aufstellen, dessen Ernte dann auch in der Kita-Küche verarbeitet werden könnte.

Die „Kita-Concept“-Macher peilen jetzt erst einmal den Umzug pünktlich zum 15-jährigen Jubiläum an und können dann den Schlussstrich unter eine lange Suche ziehen, die mangels geeigneter Flächen durchaus auch mit der Ansiedlung in einer anderen Stadt hätte enden können. Geschäftsführer Franz Reinartz: „Wir freuen uns jetzt aber als Wuppertaler Unternehmen natürlich sehr, hier bleiben zu können!“