Jung und politisch mit Kai Wagner von den Julis: "Wuppertal steht still"

Jung und politisch mit Kai Wagner von den Julis : "Wuppertal steht still"

"Jung und politisch": Freiheit ist nicht nur in der FDP ein zentraler Begriff, sondern auch für Kai Wagner, 1. Vorsitzender der Jungen Liberalen in Wuppertal. "Wir möchten dafür sorgen, dass Du so leben kannst, wie Du möchtest", schreiben die Julis auf ihrer Website.

Kai Wagner hat diese Philosophie für sich bereits umgesetzt.

Sein beruflicher Erfolg macht den Jungpolitiker frei — der steht bei ihm an erster Stelle. Bereits mit 23 Jahren führt Kai Wagner zusammen mit einem Schulfreund sein eigenes Unternehmen, ein "ganzheitliches Beratungshaus im Finanzsektor", wie er sagt. Kais Tag beginnt um 11 Uhr und endet um 22 Uhr. Nebenher engagiert er sich als 1. Vorsitzender bei der Jugendorganisation der FDP — und ist eigentlich noch an der Uni eingeschrieben. "Für das Studium habe ich aber keine Zeit", sagt der Unternehmer. Der Erfolg seiner Firma ist ihm wichtiger.

Wir haben Kai Wagner gebeten zu erklären, warum Wuppertal (trotz Stillstand) Zukunft hat:

Dass er zum Erreichen seiner Ziele viel investieren muss, hat Kai von seinem Vater gelernt. Der leitete einen Handwerksbetrieb, in dem Kai seine Ausbildung zum Parkettleger absolvierte. "Mein Vater wollte das so", sagt er. Dann starb Kais Vater. Sohn und Mutter führten die Foirma in die Insolvenz. Als Kai Wagners Grundschulfreund und heutiger Geschäftspartner mit den Worten "Ich hab' da eine Idee" auf ihn zukam, war Kai sofort dabei. Ein Rettungsanker für den 23-Jährigen.

Der junge Wuppertaler redet gerne über seine Firma und den Weg, den er gehen möchte. Wohlstand ist ihm wichtig. "Ich will gutes Geld verdienen. Das macht mich glücklich." Wohlhabend aufgewachsen, möchte er auch dort wieder hin. Die Politik ist dabei Teil des großen Ganzen.

Von Anfang an FDP-intern an die Hand genommen, knüpfte der Jungpolitiker wichtige Kontakte. "Den Fraktionsvorsitzenden Alexander Schmidt kannte ich vom Fußball. Manfred Todtenhausen war mit meinem Vater befreundet. Und für Marcel Hafke habe ich letztes Jahr ein bisschen den Wahlkampf organisiert", zählt der 23-jährige auf.
Und dann wäre da natürlich noch Jörg Heynkes, Kais großes Vorbild. Der Arrenberger Unternehmer ist der Grund, weshalb Kai als Treffpunkt mit der Rundschau die Villa Media wählte. "Hier hat alles angefangen", sagt er. "Mein Vater hatte in der Nachbarschaft seinen Betrieb und ich bin in der Villa in die Selbstständigkeit gestartet." Jörg Heynkes ist für den Jungunternehmer eine faszinierende Person. "Klar polarisiert er", sagt Kai, "aber das ist wichtig. Die Digitalisierung verändert alles, das müssen wir angehen."

Auch Kai polarisiert mit seinen Aussagen. "Wuppertal steht still", schreibt er auf dem Blog der Julis. Was er damit erreichen möchte, ist eine Veränderung in der politischen Haltung. "Lokalpolitiker sollen sich nicht wichtiger nehmen, als sie sind", sagt er. Stattdessen wünscht sich der Juli einfache Lösungen für die Kernthemen seiner Stadt, zum Beispiel für den Bereich Stadtentwicklung. "Sowohl shoppingmäßig als auch im Gastrobereich bietet Wuppertal nichts, das muss so festgehalten werden." Nachjustieren möchte er auch beim Thema Sicherheit: "Es muss ordentlich sein", sagt der FDPler. Und: "Es kann nicht sein, dass sich Milieus bilden, Hotspots, an denen Suchtkranke unterwegs sind, so wie am Döppersberg. Deshalb sprechen wir uns auch klar gegen das dortige Café Cosa aus."

Obwohl Kai Wagner 1. Vorsitzender der Jungen Liberalen ist, hat er mit Blick auf seine politische Zukunft keine großen Ambitionen. "Meine Priorität ist, mein Unternehmen aufzubauen. Das ist mir eine Herzensangelegenheit." Einbringen möchte er sich aber weiterhin - vielleicht sogar mit einem Mandat im Stadtrat. Mehr jedoch nicht.
Schließlich hat er die Freiheit, das zu tun und zu sagen, was er möchte. Und die hat seiner Meinung nach jeder. "Niemand ist dumm geboren. Die Frage ist immer, was man selbst daraus macht."


In unserer Reihe "Jung und politisch" fragen wir junge Wuppertaler, was sie in die Politik gebracht hat und was sie denken — über die politische Zukunft unserer Stadt.

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