Nach Attacke auf die Räume an der Schloßbleiche: Vorübergehend mobile Polizeiwache am Döppersberg

Nach Attacke auf die Räume an der Schloßbleiche : Vorübergehend mobile Polizeiwache am Döppersberg

Die Wuppertaler Polizei kann ihre neuen Räume im City-Center Elberfeld an der Schloßbleiche nicht wie geplant übernehmen. Sie kündigt deshalb übergangsweise eine mobile Wache am Döppersberg an. Das hat das Präsidium am Dienstag (3.

April 2018) auf Anfrage der Wuppertaler Rundschau bekannt gegeben.

Grund seien massive Sachbeschädigungen durch einen Übergriff unbekannter Täter Ende März, unter anderem mit stinkender Buttersäure. "Der Schaden bewegt sich deutlich im sechsstelligen Euro-Bereich", erklärte eine Behördensprecherin.

Die Angreifer waren in der Nacht zum 21. März in die Baustelle der künftigen Wache an der Ecke Wirmhof/Schloßbleiche eingebrochen und hatten laut Polizei umfangreich Einrichtung zerstört. Dabei sollen sie Buttersäure ausgegossen haben, so dass die Räume aufwändig saniert werden müssen. Farbschmierereien sollen einen politischen Hintergrund nahe legen. Bekannt wurde ein Schriftzug "Welcome to hell" mit einem anarchistischen Symbol, der von außerhalb des Tatorts zu sehen war.

Die neu eingerichtete Wache hatte die Polizei als Ersatz für die Wache Döppersberg vorgesehen, die unterhalb der Schwebebahnstation Hauptbahnhof liegt. Der Mietvertrag dort läuft aus. Die Beamten sollen den Umzug zuletzt für Ende April geplant haben. Daraus wird nichts, weil die künftige Wache an der Schloßbleiche nun vorerst nicht verfügbar ist. Statt dessen sollen die Polizisten in ein Provisorium umziehen, sobald sie die derzeitigen Räume abgeben müssen.

Was die unbekannten Täter von der Baustelle betrifft, geht die Polizei mehreren Hinweisen nach, erläuterte eine Polizeisprecherin. Die Ermittler hatten sich mit einem Aufruf nicht nur an Augenzeugen, sondern auch an das private Umfeld der Unbekannten gewendet: Es sollte sich melden, wer um die mutmaßliche Tatzeit übel riechende Kleidungsstücke bemerkt hat.

Darüber hinaus gehen die Fahnder einem mutmaßlichen Bekennerschreiben nach, das im Internet kursiert. Darin hatten wiederum unbekannte Absender vier Tage nach der Tat Zusammenhänge zu anarchistischen Schriftzügen an Wänden der Elberfelder Nord- und Südstadt hergestellt, außerdem zu Umwelt-Aktionen für den Hambacher Forst. Die Schreiber erklärten sich solidarisch mit Strafgefangenen und positionierten sich gegen eine neu aufzustellende der Polizei in Wuppertal.

Zur Tat an der Schlossbleiche nannten sie ausschließlich Umstände, die aus den Medien bekannt waren. Täterwissen, das darüber hinaus gehen könnte, gaben sie nicht preis. Die Behördensprecherin kommentierte: "Das Schreiben gibt Anhaltspunkte für Täterschaft. Aber wir ermitteln in alle Richtungen."

Mehr von Wuppertaler Rundschau