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Vom Winde verweht ...

Vom Winde verweht ...

Seit einem Unfall an einer ungesicherten Baustelle am Wall ist die Mobilität von Ursula Preuße eingeschränkt. Weil keine Schuldigen zu ermitteln sind, bekommt sie keinen Schadensersatz.

Samstag, 3. Mai 2014, um 11.50 Uhr am Wall: Wie fast täglich geht Ursula Preuße (82) dort entlang, um einzukaufen oder zu bummeln, als eine starke Windböe eine Baustellenplane so heftig aufwirbelt, dass die Rentnerin, mit voller Wucht getroffen, zu Boden stürzt und sich erheblich verletzt: Schädel- und Ellenbogenprellung sowie eine Kniegelenkdistorsion lautet die Diagnose im Krankenhaus.

Die Folge: Seit diesem Tag kann sie ohne Krücken kaum noch gehen, ist für längere Strecken auf ein Taxi angewiesen. Und das kostet: "Ich habe für Arzt- und Stadtbesuche bisher bestimmt 1.000 Euro ausgegeben müssen", ärgert sich die Rentnerin. Vor dem Hintergrund, dass der Unfall nur passieren konnte, da die Baustelle nicht ordnungsgemäß gesichert war, schaltet sie Anwalt Horst-Dieter Kraus ein, hofft auf eine Entschädigung und Erstattung der Kosten.

Leider umsonst. Kraus: "Die Plane war zum Unfallzeitpunkt nicht mehr am Bauzaun befestigt. Die Staatsanwaltschaft Wuppertal hat meine Anzeige gegen die verantwortlichen Mitarbeiter der Baufirma eingestellt, da deren Sicherungspflicht freitags mit Feierabend endet und erst mit Beginn der Arbeiten am Montag wieder einsetzt ,und verweist weiter auf Vandalen, die laut Polizei in der Nacht vom 2. auf den 3. Mai dort ein Dixi-Klo umgeworfen, den Bauzaun aus seiner Befestigung gehoben und im Zuge dieser Verwüstung auch die Befestigung der Plane gelöst haben dürften."

Da die Übeltäter aber nicht ermittelt werden konnten, wurde die Akte Preuße geschlossen. Für die Seniorin ist dieses juristische Ergebnis bitter: Ihre einstige Beweglichkeit wurde quasi vom Winde verweht ...