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Neue Stadtführung in Wuppertal: Völker, hört die Signale!

Neue Stadtführung in Wuppertal : Völker, hört die Signale!

Das Wuppertaler Stadtmarketing bietet ein neues Format für seine Stadttouren an: Dabei erklären Marx und Engels persönlich die Spuren des Sozialismus' im Tal.

Jürgen Holzhauer ballt die Faust und reckt sie in die Höhe, gleich so, als wolle er zum Arbeiterkampf aufrufen. Der buschige Bart und die graue Mähne kommen in Wallung. Ihm gegenüber, ebenso wild diskutierend, steht Kristof Stößel in typischer Tracht des 19. Jahrhunderts. Ihm fehlt noch der Bart, aber sonst könnte man schon fast sagen: Das sind doch Marx und Engels! Und genau als diese beiden werden Holzhauer und Stößel durch die Stadt spazieren und für das Stadtmarketing eine Führung der besonderen Art geben.

Am Sonntag, 3. April, gehen sie zum ersten Mal für etwa zweieinhalb Stunden auf eine Reise in die Vergangenheit. "Mit Engels und Marx in die Zeit der rauchenden Fabrikschlote" lautet das Motto. Sie ist als klassische Stadtführung getarnt, bei der die Teilnehmer vom Friedhof Unterbarmen (Grab von Engels‘ Eltern) über die Friedrich-Engels-Allee bis zum Engels-Haus an der Bundesallee gebracht werden.

Jetzt kommen aber Holzhauer und Stößel ins Spiel, und dann ist klar: Es wird humorig. Holzhauer, der seit 15 Jahren Führungen durchs Tal durchführt, gibt einen touristisch angehauchten, unwissenden Karl Marx. Und Schauspieler Stößel (Theater im Tanzhaus) das Philosophen-Pendant Friedrich Engels, der seinen Gast über revolutionäre Umtriebe in der Stadt aufklärt — ein Seiltanz zwischen Wahrheit und Gerücht. Damit die beiden historisch eingekleidet sind, haben sie sich vom Fundus der Bühnen ausstatten lassen.

"Es ist ein neues Konzept, dass wir unsere Touren möglichst erlebnishaft wie ein Event gestalten. So wollen wir Wuppertaler für die Geschichte ihrer Stadt begeistern", sagt Manfred Görgens vom Stadtmarketing, der mit Claudia Brenke und Markus Schuberth für das Programm verantwortlich ist. Alle Stadtführungen sind auf 20 Teilnehmer begrenzt, damit alle genug mitbekommen. Allerdings ist die Zahl der Touren von etwa 85 (2015) auf nun geplante rund 130 gestiegen.