Veranstaltungsreihe des MI Barrikadenkämpfe in Elberfeld

Wuppertal · Anlässlich des 175. Jubiläums der Barrikadenkämpfe in Elberfeld haben das Museum Industriekultur Wuppertal, die Bergische Universität und der Bergische Geschichtsverein (Abteilung Wuppertal) eine Veranstaltungsreihe organisiert.

Das zeithistorische Dokument.

Das zeithistorische Dokument.

Foto: MI Wuppertal

In Elberfeld wurden im Mai 1849, also vor 175 Jahren, ein revolutionärer Sicherheitsausschuss gebildet und Barrikaden zur Abwehr anrückender preußischer Truppen errichtet. Friedrich Engels wurde zum Barrikadeninspekteur ernannt, musste allerdings nach nur wenigen Tagen die Stadt wieder verlassen und sollte sich daran anschließend am badisch-pfälzischen Aufstand beteiligen. Diese zweite Revolutionswelle wurde militärisch durch die restaurativen Regime niedergerungen; die Revolution war damit an ein Ende gekommen.

Die Reihe beginnt am 20. April mit einer „langen Nacht der Revolution“ im Engels-Haus, die die Hintergründe und Ursachen der Revolution von 1848/49 in verschiedenen Formaten beleuchtet. In einer Diskussionsrunde mit szenischer Lesung wird die Aktualität der Revolution für die heutige Demokratie reflektiert. Ein Vortrag zur Rolle von Friedrich Engels in der Revolution begleitet die Eröffnung der Wanderausstellung „Karl Marx, Friedrich Engels und Revolution 1848/49“, die zusammen mit dem Karl-Marx-Haus in Trier konzipiert wurde.

 Der Flyer zur Veranstaltungsreihe.

Der Flyer zur Veranstaltungsreihe.

Foto: MI Wuppertal/Christoph Grothe

Die Veranstaltungsreihe beinhaltet öffentliche Vorträge renommierter Historiker, die ihre Expertise teilen und aktuelle Forschungsergebnisse präsentieren. An der Bergischen Universität findet zudem eine wissenschaftliche Ringvorlesung mit elf Vorträgen statt.

Abgerundet wird die Veranstaltungsreihe durch kulturelle Veranstaltungen, die die Zeit der Revolution von 1848/49 künstlerisch und musikalisch aufgreifen- etwa das „Musikalisch-literarisches Quartett“ Detmold mit dem Historical „Flammen der Freiheit – ein Lehrstück für Demokraten“ am 3. Mai in der City-Kirche sowie eine szenische Lesung zu den ersten kommunistischen Versammlungen in Wuppertal am 29. Mai im Von der Heydt-Museum.

Die Revolution von 1848/49 markierte in ganz Europa einen demokratischen Aufbruch nach langen Jahren der politischen Restauration. Die Hoffnung auf eine freiheitliche politische und soziale Ordnung mobilisierte sowohl das liberale Bürgertum als auch die Arbeiterschaft, die für direkte, allgemeine Wahlen, Gewaltenteilung, Pressefreiheit, Grundrechte und eine freiheitliche Verfassung kämpften. Der „Druck der Straße“ und die zum Beispiel in Paris, Berlin und Wien ausbrechenden gewalttätigen Barrikadenkämpfe nötigten die feudalen Regime erste Zugeständnisse ab.

Am 18. Mai 1848 trat die Frankfurter Nationalversammlung zusammen, um eine freiheitliche Verfassung für zu erarbeiten. Doch die alten Kräfte konnten sich relativ schnell behaupten. Als der preußische König die von der Nationalversammlung am 28. März 1849 verabschiedete Reichsverfassung ablehnte, kam es insbesondere im Rheinland und in Süddeutschland erneut zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den demokratischen und restaurativen Kräften.