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Trasse: In Zukunft wird es noch viel voller

Trasse: In Zukunft wird es noch viel voller

In einer eigenfinanzierten repräsentativen Zählung der Nordbahntrassen-Nutzer hat das Vohwinkeler Verkehrsplanungsbüro Econex umfangreiche Daten über die Nordbahntrasse ermittelt. Die Ergebnisse, die anschließend hochgerechnet wurden, lassen aufhorchen.

Fazit: In den kommenden 30 Jahren werden auf der Trasse knapp 90 Millionen Radfahrer und Fußgänger unterwegs sein. "Das ist sensationell", findet Econex-Geschäftsführer und Inhaber Sebastian Belz. Das Planungsbüro hatte bereits 2008 nach einer Haushaltsbefragung eine Nutzung prognostiziert, die die Trasse in der Spitzengruppe deutscher Radwege sah. Dass diese Prognose sich bereits ein gutes halbes Jahr nach der durchgängigen Öffnung jetzt so klar bestätige, sei außergewöhnlich.

Econex-Chef Belz erinnert daran, dass es 2008 in der Befragung darum gegangen sei, eine Antwort darauf zu geben, ob die Trasse wirklich sechs Meter breit gebaut werden muss. Das hätten seinerzeit viele für völlig überzogen gehalten. Stefan Belz: "Heute sehen wir, dass diese Dimensionierung tatsächlich ausgelastet, manchmal sogar bereits überlastet wird. Wir gehen davon aus, dass die Nutzung in den kommenden Jahren noch intensiver werden wird."

Die Experten schätzen, dass künftig nochmals bis zu 50 Prozent Nutzer auf der Trasse hinzukommen, insbesondere wenn die Vernetzung der Radwege in das Stadtgebiet, etwa nach Langerfeld, weiter voranschreitet und sich die Trasse auch bei Berufstätigen und Schülern als schnelle Alternative herumspricht.

Die Zählungen fanden nach einem Stichprobenverfahren zwischen dem 1. und 17. Mai 2015 an allen 14 Zugängen der Trasse zwischen Ottenbruch und Wichlinghausen im Dreischicht-Betrieb zwischen 7 Uhr und 20 Uhr durch Profi-Zähler statt. Die Außenbereiche wurden auf Basis der 2008er-Prognose hinzugerechnet. Gezählt wurden neben Radfahrern und Fußgängern auch Skater und Rollerfahrer sowie Hunde. An Tagen mit besonderen Veranstaltungen wurde nicht gezählt. Die Hochrechnung erfolgte nach einem anerkannten Verfahren der Bundesanstalt für Straßenwesen für Radverkehrsstraßen.