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Alte Synagoge: Schüler schildern Treffen mit Zeitzeugen

Alte Synagoge : Schüler schildern Treffen mit Zeitzeugen

Die Klasse 9b der Bernhard-Letterhaus-Hauptschule hatte ein ganz besonders Erlebnis, das die Schüler nun in einem bewegenden Text festgehalten haben.

"Zur Vorbereitung der neuen Lektüre ,Die Welle' im Deutschunterricht beschäftigten wir uns zum besseren Verständnis der geschichtlichen Situation mit den Geschehnissen im Nationalsozialismus'. Gleich zu Anfang traten viele Fragen zur Verfolgung der Juden auf. Neben historischem Filmmaterial schlug unsere Lehrerin Frau Brüning einen Besuch der Alten Synagoge vor.

Hier bot sich uns die einmalige Gelegenheit, mit Herrn Cohnen, einem 93-jährigen Juden, der diese Zeit mit all ihren Schrecken selbst erlebte, zu sprechen. Neben den bewegenden Berichten aus seinem Leben als junger jüdischer Mann in der NS-Zeit, der zudem auch noch aufgrund einer Erkrankung an Kinderlähmung körperbehindert war, hatten wir die Möglichkeit Herrn Cohnen unsere Fragen zu seinem Leben zu stellen.

Seine ehrlichen, beeindruckenden, aber nie verurteilenden Schilderungen haben uns sehr bewegt und es uns ermöglicht, die Zeit des Nationalsozialismus' besser zu verstehen. Wir haben den Mut und die Kraft bewundert, mit denen Herr Cohnen uns Rede und Antwort stand, aber auch, wie sehr ihn sein Mut und seine Beharrlichkeit durch diese schlimme Zeit geführt hat. Wir konnten erfahren, dass es neben ganz schlimmen Menschen und Erlebnissen auch solche gab, die ihm in positiver Erinnerung geblieben sind.

  • Pater Thomas Chalil von St. Antonius
    Gedenken an einen Widerstandskämpfer : „Wir wollen nicht immer ruhig sein“
  • Symbolfoto.
    Kriminalität : Einbrecher in Unterbarmen verhaftet
  • Ernst-Andreas Ziegler (re.), Gründungsmitglied des Synagogen-Freundeskreises,
    Spende : Vitrine für die Bergische Synagoge

Viele Eindrücke haben wir von diesem Tag mitgenommen, so z.B. einmal mehr auf unser eigenes Verhalten im Umgang mit anderen (fremden) Menschen zu achten, im Hinblick auf die laut geäußerte Meinung anderer kritisch zu sein und vor allem aber, dass der Mensch hinter einem Stern ein Mensch ist, der nicht durch die bloße Vorverurteilung oder durch ein Kennzeichen ein schlechterer oder besserer wird. Diese Erkenntnis ist uns nicht zuletzt vor den erneuten Flüchtlingsdebatten besonders wichtig.

Auch die Taten des Namensgebers unserer Schule, Bernhard Letterhaus, können wir nun noch einmal ganz anders einordnen. In jedem Fall wird uns dieser Besuch in Erinnerung bleiben und wir danken an dieser Stelle noch einmal Herrn Cohnen für seine Zeit und Frau Dr.Schrader für die Moderation an diesem Tag."